Gericht drängt BayernLB zu Vergleich

19. November 2013, 15:17
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Die Bank fordert von ehemaligen Vorständen Schadenersatz. Nun drängt das Gericht die Streitparteien zu einem Vergleich

München - Das Landgericht München hat der BayernLB im Streit um die Schadenersatzforderung von ihren Ex-Vorständen zu einem Vergleich geraten. "Sie haben das Heft des Handelns voll in der Hand", appellierte Richter Klaus Mickat am Dienstag an die Prozessparteien. Aus der Einschätzung der Kollegen der Strafkammer gehe mittlerweile hervor, dass ein Vorsatz der Manager beim verlustreichen Kauf der österreichischen HGAA-Bank eher unwahrscheinlich sei.

Die BayernLB verlangt von acht ihrer ehemaligen Vorstände für die Folgen des Debakels bisher zusammen 200 Millionen Euro Schadenersatz. Zudem hat sich die Manager-Haftpflichtversicherung inzwischen in den Konflikt eingemischt. Die XL Insurance will ihrerseits verhindern, dass sie rund 100 Millionen Euro an die BayernLB zahlen muss, weil die Verantwortlichen beim Kauf der Bank aus ihrer Sicht weder fahrlässig noch mit böser Absicht gehandelt hatten. Der Anwalt der Versicherung erklärte, die Landesbank sei auf seinen Mandanten zugekommen und habe einen Vergleichsvorschlag unterbreitet, der nicht akzeptabel gewesen sei. Der Prozessvertreter der BayernLB beteuerte, sein Haus sei grundsätzlich gesprächsbereit.

Unterdessen brachte die Vorsitzende Richterin Isabel Liesegang ein Gutachten über die seinerzeitige Bewertung der HGAA auf den Weg. Demnach soll der Stuttgarter Wirtschaftsprüfer Matthias Popp untersuchen, ob der einst bezahlte Preis für die Bank gerechtfertigt war. Das Gutachten für den Strafprozess bezeichnete Liesegang für die Zwecke im Schadenersatzverfahren als ungeeignet. (APA, 19.11.2013)

  • Die BayernLB führt einen Prozess gegen ihre ehemaligen Vorstände.
    foto: dpa/leonhardt

    Die BayernLB führt einen Prozess gegen ihre ehemaligen Vorstände.

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