Evolution der Steppjacken

Kolumne24. November 2013, 16:22
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Die Steppjacken sind wieder da: Warum die Jacken mit Wurstmuster auch nicht so schnell wieder verschwinden werden

Es ist heute an der Zeit, etwas über Steppjacken zu schreiben. Das Thema kam an dieser Stelle schon einmal vor, allerdings nicht gerade mit positivem Unterton. Damals war von "der Versteppung unserer Landschaften" die Rede und noch von einigem Unerfreulichem mehr. Seitdem ist einiges passiert. Die Hosen sind kürzer geworden und die Röcke wieder länger. Die Socken sind mittlerweile nicht mehr schwarz, sondern bunt und die Brillen auf den Nasen rund. Nur die Steppjacken sind geblieben. Wobei: Die Evolution hat auch vor den Steppjacken nicht haltgemacht, waren sie früher vorzugsweise dick und tailliert, sind sie mittlerweile dünn und kerzengerade geschnitten.

Wurstmuster

Das Lieblingsmodell aller Steppjackenjünger ist derzeit das kurz geschnittene Blouson, wobei das Karo- vom Wurstmuster abgelöst wurde. Statt kleinkariert also quergestreift, zumindest so viel lässt sich sagen. Aber vielleicht ist das auch nur der Herbststeppjackenlook, der sich ja vom Wintersteppjackenlook unterscheiden muss.

Die Frage ist nur, wie das Ganze im Frühling und im Sommer weitergehen wird. Nachdem Steppjacken jetzt schon den Herbst und den Winter komplett eingenommen haben, werden sie sich auch für den Rest des Jahres etwas einfallen lassen. Das haben Epidemien so an sich. Das Steppsakko trifft dann auf das Steppkleid trifft auf den Steppbadeanzug trifft auf die Steppschuhe. Und irgendwann leben wir dann wirklich in einer einzigen Steppe. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 22.11.2013)

  • Die Steppjacke von heute: nicht dick und tailliert, sondern dünn, kerzengerade und quergestreift
    foto: asos

    Die Steppjacke von heute: nicht dick und tailliert, sondern dünn, kerzengerade und quergestreift

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