Neo900: Neue Hardware für Nokias N900

19. November 2013, 11:07
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Offene Plattform Maemo soll zudem Hintertür für Geheimdienste vermeiden

Ein Smartphone oder ein Handy hardwaretechnisch aufzurüsten ist ein eher selten auftretendes Phänomen. Meist werden alte Geräte einfach durch neue ersetzt. Das liegt vor allem auch daran, dass die Bestandteile von Geräten immer kleiner werden und Smartphones immer schwieriger zu reparieren sind.

Wiederbelebung

Das deutsche Unternehmen Golden Delicious hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diesen Umstand zu ändern. Sie arbeiten mit der Open Source Community OpenPhoenux zusammen und wollen mit einem kleinen Motherboard das alte Nokia N900 wiederbeleben.

Keine Hintertüren

Das N900 von Nokia kam ursprünglich 2009 auf den Markt und hatte eine vollwertige Hardware-Tastatur, die durch Aufschieben im Landscape-Modus des Gerätes zugänglich war. iOS und Android will man damit keine Konkurrenz machen. Es geht darum, die bestehende Open Source Community zu unterstützen. Die Geräte sollen so frei wie möglich werden, um Hintertüren zu vermeiden.

Neues Motherboard

Das Neo900 ist trotz neuer Hardware auch ein Retro-Teil, immerhin sind die Gehäuse tatsächlich alte Nokia-Geräte. Die neuen Boards kosten allerdings zwischen 500 und 700 Euro, beinhalten dafür ein LTE-Modem, mehr Arbeitsspeicher, einen schnelleren Prozessor und eine deutlich bessere Akkulaufzeit. Auch ein Gyroskop und ein Kompass sind "an Board".

Freie Software

Als Software dient laut Wired "Maemo", eine linux-basierte Plattform, die früher von Nokia entwickelt wurde. Durch eine Crowdfunding-Kampagne kam Golden Delicious für das Projekt immerhin an 25.000 Euro. Für das N900 habe man sich entschieden, weil das Gerät immer noch eine große Community habe – ebenso wie Maemo. Es handelt sich außerdem bei dem Gerät um eines der offensten Geräte, das je von einem großen Technologie-Unternehmen auf den Markt gekommen ist.

Herausforderung, Gehäuse zu bekommen

Kritisiert wurde in den ersten Berichten zu dem Projekt vor allem das Display, das beibehalten wird. Laut Projektentwickler Sebastian Krzyszkowiak handelt sich trotz aller Kritik aber um einen „außergewöhnlich sensiblen Screen". Es könne Software damit bedient werden, die mit anderen Touchscreens nicht konform gehe, so Krzyszkowiak. Eine Herausforderung sei es vor allem, Gehäuse des N900 zu bekommen. Im schlimmsten Fall will man auf Nokias N990 Modell zurückgreifen. (red, derStandard.at, 19.11.2013)

  • Das Neo900 soll Nokias altes Gerät mit Hardware-Tastatur zurückbringen
    foto: neo900.org

    Das Neo900 soll Nokias altes Gerät mit Hardware-Tastatur zurückbringen

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