Apple: Samsung hat unser Ansehen gemindert

Marketingchef Phil Schiller sagte bei Patentprozess als Zeuge aus

Derzeit wird verhandelt, wie hoch der Schadensersatz, den Samsung an Apple in Folge des verlorenen Patentprozesses zahlen soll, ausfällt. Eine halbe Milliarde Dolle ist fixiert, über die restliche Summe herrschen unterschiedliche Ansichten. Auf Seiten von Apple hat nun Marketing-Chef Phil Schiller ausgesagt, wie Heise unter Verweis auf das Wall Street Journal berichtet.

"Ich war ziemlich schockiert. Sie sind gekommen und haben das iPhone kopiert", wird Schiller zitiert. "Es verschlechtert die Sicht, die die Welt auf Apple hat", so der Manager. Die Existenz eines ähnlich aussehnden Produktes würde dazu führen, dass Kunden Apples Fähigkeiten hinsichtlich Design und Innovation anzweifeln würden.

Gefecht mit Samsung-Anwalt

Im Rahmen seiner Aussage lieferte sich Schiller eine Auseinandersetzung mit Samsung-Anwalt Bill Price in einem Kreuzverhör. "Apple besetzt kein Patent auf schöne oder sexy Produkte – ist das korrekt?", fragte dieser und hielt ein Galaxy 10.0-Tablet hoch. "Ich weiß nicht, welche Samsung-Geräte unsere kopieren dürfen und welche nicht", antwortete dieser und meinte im Bezug auf das Tablet: "Es sieht wie ein iPad aus."

Price legte auch E-Mails vor, um zu belegen, dass die Nachahmung erfolgreicher Produkte unter Tech-Firmen immer schon der Fall war. Apple-Führungskräfte hatten sich offenbar für die Einführung eines kleineren Tablets ausgesprochen und dabei einen positiven Presse-Artikel zum Galaxy Tab mit sieben Zoll zur Argumentation herangezogen.

iPad Mini als Experiment

Schiller wiederum sagte, dass das iPad Mini nichts mit den Produkten der Konkurrenz zu tun habe, sondern eine Herausforderung für die eigenen Techniker war, um zu sehen, ob man die Eigenschaften des originalen iPads auch in ein kleineres Format pressen könnte. Außerdem betonte er die Risiken die Apple mit der Entwicklung des iPhones – immerhin ein Vorstoß in eine neue Produktkategorie – eingegangen war. (red, derStandard.at, 18.11.2013)

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