Freizeit ist wichtiger als Geld

18. November 2013, 14:29
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Über zwei Drittel der berufstätigen Männer in Österreich würden für mehr Freizeit auch auf Geld verzichten

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist keine Frauenthema, auch Männer sehen hier ein Problem. Laut einer aktuellen Umfrage von Gdi-consulting, Beraterinnengruppe für Gender, Diversity und Inclusion und dem Executive Searcher Pederson & Partner würden 66 Prozent aller Befragten und 85 Prozent der Männer mit Kindern der Option „mehr Zeit, weniger Geld“ den Vorzug geben. Das männliche Bedürfnis nach mehr Work Life-Balance bzw. Vereinbarkeit von Familie und Beruf zieht sich durch alle Hierarchieebenen. Befragt wurden 246 Männer – darunter 35 Prozent im mittleren und 27 Prozent im oberen Management, die anderen selbstständig oder ohne Führungsaufgabe. Die wichtigsten Hebel für eine bessere Balance sind  an erster Stelle eine „veränderte Unternehmenskultur“, gefolgt von „flexiblere Arbeitszeiten“ (58 Prozent), „Teilzeit in Führungspositionen“ und „betriebliche Kinderbetreuungsangebote“ (je 27 Prozent).

Unternehmenskultur als größtes Hindernis

„62 Prozent reihen den Faktor Kulturveränderung an 1. Stelle – ein deutlicher Appell an die Arbeitgeber“, so die Umfrageautorinnen Gerhild Deutinger, Susanne Schwanzer und Gabriele Strodl-Sollak von gdi-consulting. Eine Forderung, die umso mehr Gewicht bekommt, als auch bei der gdi-Befragung von Frauen im Management im Frühjahr dieses Jahres die Unternehmenskultur an erster Stelle genannt wurde – damals als Haupthindernis für weiblichen Aufstieg. Männer sehen aber auch starre Arbeits- und Anwesenheitszeiten als Hindernisse für bessere Vereinbarkeit. „Wesentlich ist, dass die theoretischen Möglichkeiten, die einige Unternehmen schon bieten, tatsächlich in der Praxis gelebt werden können: z.B. mit variableren Arbeitszeitmodellen, Home-Office und Job Sharing. Sowohl in der fachlichen Zusammenarbeit als auch im Führungsverhalten sollte damit viel selbstverständlicher umgegangen werden. Das Alles ist Teil der Unternehmenskultur – und die gestaltbar“, so die Studienautorinnen.

Gefragt wurde auch, was Männer bislang an einer höheren Position hinderte: „Für ein Fünftel der befragten Männer ist die Familie der Hauptgrund, warum sie ihre Karriere bislang nicht weiter vorantreiben“, fasst Conrad Pramböck von Pedersen & Partners die Ergebnisse zusammen. Die Partnerinnen der befragten Männer würden mehr Freizeit ebenfalls stark begrüßen, zumindest vermuten das die Männer. „93 Prozent der Befragten gaben an, dass ihren Partnerinnen lieber wäre, dass sie mehr Freizeit haben, dafür auf Geld verzichten, als umgekehrt“, so Pramböck. Diese Zahl war bei Männern mit Kindern genauso hoch wie bei Kinderlosen. (ost, derStandard.at, 18.11.2013)

 

  • Um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können, würden Männer auch auf Geld verzichten.
    foto: istockphoto

    Um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können, würden Männer auch auf Geld verzichten.

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