3sat erklärte, wie der 3D-Drucker funktioniert: Schichtwerk mit Zukunft

15. November 2013, 17:28
23 Postings

Menschen, denen einst eine Zeichentrickmaus erklärte, wie ein Radiergummi hergestellt, bleiben ihr Leben lang empfänglich für solche instruktiven Formate

Der geheimnisvolle Begriff geisterte schon seit einigen Jahren durch die Gegend: Es gäbe da sogenannte 3D-Drucker, die in der Lage wären, alle möglichen Gegenstände (oder deren gerechneten Entwurf) exakt zu reproduzieren. Wer mit "3D" vor allem Kino und Action verbindet, war da natürlich skeptisch. Denn was dort im Saal dreidimensional erscheint, das ist ja real noch lange nicht als solches gegenwärtig.

Die ziemlich informative Reportage "Wie 3D-Druck unsere Welt verändert", welche Donnerstagabend von 3sat ausgestrahlt wurde und in der Online-Mediathek noch abrufbar ist, klärte hingegen darüber auf, dass der Drucker (oder: Kopierer) tatsächlich schafft, wovon SciFi-Autoren und andere Hellsichtige früher schon träumten. Hey, sogar eine farbechte Miniatur-Nachbildung seiner selbst kann man da am Ende aus der Lade ziehen!

Gar nicht zu reden von Zahnersatz und anderen Implantaten, Autoersatzteilen oder Schmuckstücken. Nicht verschwiegen wurde neben den technischen Grundlagen außerdem, was für einen Rattenschwanz an wirtschaftlichen, rechtlichen, sozialen Konsequenzen diese "Universaltechnologie" noch nach sich ziehen wird. Ob man da mit dem fröhlichen Innovationsforscher gehen mag, der sich beim Markt und beim "kreativen Konsumenten" in dieser Hinsicht gut aufgehoben fühlt? Naja.

Menschen, denen einst eine Zeichentrickmaus erklärte, wie ein Radiergummi hergestellt wird oder eine Saftabfüllanlage funktioniert, bleiben aber ihr Leben lang empfänglich für solche instruktiven Formate. (Isabella Reicher, DER STANDARD, 16.11.2013)

Share if you care.