Saudi-Arabien schließt mehr als 500 Dessous-Läden

15. November 2013, 11:08
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Behörden ordnen Schließung an - weil männliche und nicht-saudische Verkäufer in den Geschäften arbeiteten

Nur saudische Frauen dürfen in Saudi-Arabien Damenunterwäsche verkaufen. Weil sie sich nicht an diese Regeln hielten, mussten 514 Geschäfte für Damenunterwäsche in Saudi-Arabien schließen, wie die Zeitung Arab News berichtet. Inspektoren des Arbeitsministeriums hatten insgesamt sogar in 1173 Fällen Grund zur Beanstandung. In mehr als 400 Geschäften wurde infolge der Mängelanzeige nachgebessert, die männlichen und nicht-saudischen Verkäufer entlassen. Knapp 200 Läden strichen Damenunterwäsche kurzerhand aus ihrem Sortiment. Männer dürfen in den Unterwäschegeschäften im Golfstaat lediglich als Sicherheitspersonal angestellt werden.

Bereits seit Januar 2012 ist es Männern gesetztlich untersagt, in Unterwäschegeschäften zu arbeiten. Als Grund für das Gesetz wurde damals angegeben, dass Frauen in Saudi-Arabien ungern Dessous bei Männern erwerben würden. In der Vergangenheit hätten daher wohlhabende Damen ihre Unterwäsche immer häufiger in Ägypten, Bahrain oder Dubai gekauft, wodurch dem Handel beträchtliche Umsätze weggebrochen seien. Kurios: Bevor das Gesetz 2012 in Kraft getreten war, durften in dem ultrakonservativen Staat ausschließlich Männer Unterwäsche verkaufen. (josa, derStandard.at, 15.11.2013)

  • Nur von Frau zu Frau: Unterwäsche darf seit Januar 2012 ausnahmslos von saudischen Frauen verkauft werden.
    foto: ap/ammar

    Nur von Frau zu Frau: Unterwäsche darf seit Januar 2012 ausnahmslos von saudischen Frauen verkauft werden.

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