Verstörend, schnell, kurios

    14. November 2013, 17:39
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    Neues von James Ferraro, Motörhead und Omar Souleyman

    JAMES FERRARO
    NYC, Hell 3:00 AM (Hippos In Tanks)

    Der junge US-Sampling-Spezialist legte mit Far Side Virtual ein erschreckendes Dokument aus dem Internet gezogener, käsiger, digital produzierter Werbe-, Warteschleifen- und Fahrstuhlmusik vor, das von Easy Listening jederzeit in Horror-Soundtracks kippen konnte. Nun erweitert er das Spektrum um quälend in die Länge gezogenen R'n'B, elektroakustische Musik und sogar Metal. Es ist eine fremde, verstörende Welt da draußen. 

    MOTÖRHEAD
    Aftershock (Rykodisc)

    Built for speed - und tatsächlich schafft es Lemmy Kilmister, der für Vernunft unempfängliche Mann im besten Großvateralter, auf dem 21. Studioalbum nach einigen schwächeren Arbeiten die Geschwindigkeit wieder zu erhöhen. Mit Ausnahme der asthmatischen Ballade Lost Woman Blues setzt es schon im Eröffnungssong Heartbreaker brutalen, auf die Zwölf gehenden Hochgeschwindigkeits-Rock-'n'-Roll. Danach ist man fertig, fühlt sich aber besser. 

    OMAR SOULEYMAN
    Wenu Wenu (Ribbon/Domino)

    Der syrische Hochzeitssänger Omar Souleyman tauchte vor einigen Jahren im Westen auf und stieg bald zum Star der World-Music-Szene auf. Nach CD-Kompilationen meist live eingespielter Tracks hat sich Souleyman nun von Kieran Hebden alias Four Tet produzieren lassen. Das nimmt der kuriosen Verbindung von Kasernenhofgesang, Billigorgel und manischen Elektronikbeats zwar die Räudigkeit, nicht aber die Vehemenz. (schach, Rondo, DER STANDARD, 15.11.2013)

    • Artikelbild
      foto: rykodisc
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