61 Mitarbeiter müssen Raiffeisen-IT verlassen

13. November 2013, 17:39
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Bank Austria verschiebt weitere IT-Mitarbeiter

Die Mitarbeiter der Raiffeisen-IT sind am Dienstag in einer Betriebsversammlung über die bevorstehenden Kündigungen informiert worden. Demnach werden 61 Leute gehen müssen; entsprechende Anmeldungen im Rahmen des Frühwarnsystems beim AMS gibt es, wie berichtet, bereits.

Wer genau von dem Jobabbau betroffen ist, wurde allerdings immer noch nicht bekanntgegeben, das soll erst am kommenden Dienstag geschehen. Bis dahin wollen Betriebsrat und Geschäftsführung die Eckpfeiler eines Sozialplans ausgearbeitet haben.

Bank Austria baut IT um

Auch die UniCredit-eigene Bank Austria (BA) geht wieder Umbauarbeiten in ihrem IT-Bereich an - freilich ohne Personalabbau; die Bank setzt eher auf Auslagerungen. Der gesamte IT-Bereich ist seit Jahren Schauplatz von Umstrukturierungen; ein großer Teil der EDV wird längst von München und Italien aus gesteuert. In München stehen etwa auch E-Mail-Server der Bank.

Die Umstrukturierungen im EDV-Bereich der Bank gehen nun jedenfalls weiter. Im Juli sind rund 126 Mitarbeiter von der Ubis (UniCredit Business Integrated Solutions Austria GmbH; sie untersteht der Ubis Italien) ausgelagert worden. Die Ubis ist selbst aus Auslagerungen entstanden und beschäftigt derzeit rund 2200 Mitarbeiter. In der Ubis sind IT-Dienstleistungen, Back Office sowie die Abwicklung und Dienstleistung für den Bankbetrieb gebündelt. Die Mitarbeiter wurden allesamt auf IT-Kollektivverträge umgestellt; zum Teil mit Problemen, die nun die Juristen der Arbeiterkammer beschäftigen.

2010 wurden erstmals Ubis-Mitarbeiter aus der BA ausgelagert, und zwar in die Blue IT, die IBM Österreich gehört und seit damals mit der Bank Austria in Sachen Softwareentwicklung und Hardwarebetreuung in Österreich kooperiert hat. Diese Kooperation hat nicht rasend lang gedauert - Teile der Mannschaft von Blue IT und Ubis sind nämlich in die Value Transformation Services (VTS) übersiedelt worden. Die VTS Italien gehört mehrheitlich IBM, den Rest hält die UniCredit - und in ihre Österreichtochter sind nun auch die weiteren rund 130 Ubis-Mitarbeiter übersiedelt worden.

Callcenter in Ungarn

Die VTS versorgt die gesamte UniCredit-Gruppe mit IT-Leistungen; dafür wurde ein zehn Jahre laufender Vertrag geschlossen. Die österreichischen Mitarbeiter, die nun in die VTS gewandert sind, gehören nun nicht mehr zum Personalstand der Bank Austria: Die meisten von ihnen wurden gemäß Avrag (Arbeitsvertragsrechtsanpassungsgesetz) von der VTS übernommen.

Die nächste Neuerung erfolgt im Jänner: Da kommt die technische Leitstelle, die die Bankfilialen und die BA-Zentrale betreut (um etwa Hardwareprobleme zu lösen oder neue Computer zu besorgen), in neue Hände. Bisher war für diese ebenso heikle wie wichtige Tätigkeit die Atos/TSG zuständig, eine Gesellschaft, an der Siemens beteiligt ist. Sie wird künftig nur noch die Selbstbedienungsgeräte der BA betreuen, der technische Support, den die BA-Mitarbeiter über Callcenter bestellen, geht an Unisys Österreich. Pikanterie am Rande: Unisys Österreich koordiniert seine EuropaEinsätze laut BA via Callcenter in Ungarn - ein Land, in dem ausländische Banken gerade nicht sehr freundlich behandelt werden.

Das Thema EDV ist in der Bank Austria spätestens seit vorigem Herbst höchst sensibel. Bei der Umstellung der Bank Austria auf ein neues, gruppenweites IT-System ("EuroSig") im vorigen Herbst war es zu massiven Problemen gekommen - samt Störung des Online-Bankings. (Renate Graber, DER STANDARD, 14.11.2013)

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