Das Regierungsprogramm der Strampler

13. November 2013, 21:14
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Radlobby Österreich fordert von der künftigen Bundesregierung umfassende Radler-fördernde Gesetze und Maßnahmen

Wien – RADpublik.at nannte sich die Webinitiative der Radlobby Österreich, mit der sie in den verwichenen Nationalratswahlkampf gezogen war: Erst hatte die Radlerorganisation die Kernforderungen unter ihren Mitgliedern erhoben – und dann damit die wahlwerbenden Parteien damit konfrontiert. Aus all dem wurde von der Radlobby nun ein umfangreiches Forderungsprogramm destilliert – ein Maßnahmenpaket für die künftige Bundesregierung.

„Die eigentliche Mobilitätswende kommt inzwischen von der Bevölkerung selbst", ist Alec Hager, Sprecher der Radlobby Österreich überzeugt – „sie fährt bereits viel mehr Rad". Entscheidend sei nun, dass die Bundesregierung bei Gesetzgebung, Sicherheit, Infrastruktur und Kommunikation auch entsprechende Rahmenbedingungen schaffe.
Die wichtigsten Forderungen:

  • Pendler „Aufhebung der Ungerechtigkeiten bei Pendlerzahlungen und Kilometergeld"; Streichung der Rad-Jahreskilometergrenze und der Zwei-Kilometer-Regelung, die für KFZ nicht gilt.
  • Kaufanreiz Steuerliche Anreize für den Radkauf nach dem Vorbild der Niederlande.
  • Arbeitgeberunterstützung Lohnsteuerfreie Auszahlung von Radkauf-Unterstützungsbeträgen durch Arbeitgeber.
  • Kassenbeiträge Reduktion der Arbeitgeberbeiträge bei Krankenkassen im Ausgleich für radförderliche Maßnahmen im Betrieb.
  • Lehrplan Aufnahme der praktischen Radfahrausbildung im Verkehr in den Schul-Lehrplänen.
  • Schulweg Temporäre autofreie Zonen vor Schulen.
  • Rechts abbiegen Erlaubnis von Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrende mittels Zusatztafel. Dass dies funktioniert würden international bewährte Vorbilder wie Belgien, Niederlande, Deutschland, Frankreich zeigen.

Die für Österreich wohl ungewöhnlichste Forderung – jene nach Autosperrzonen vor Schulen – untermauert die Radlobby Österreich übrigens mit einer neuen Studie des deutschen Autofahrerclubs ADAC: Demnach ist das zu Fuß zur Schule gehen weit weniger gefährlich, als das Kind mit dem Auto zu bringen. 2012 kamen laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 10.363 Kinder unter 15 Jahren im Auto ihrer Eltern zu Schaden – das waren deutlich mehr Verletzte, als bei jenen Kindern, die zu Fuß unterwegs waren. (Roman David-Freihsl, der Standard, 13.11.2013)

  • Immer mehr menschen fahren mit dem Rad, bilanziert die Radlobby. Jetzt müsse die Politik gute Rahmenbedingungen schaffen.
    foto: dpa/paul zinken

    Immer mehr menschen fahren mit dem Rad, bilanziert die Radlobby. Jetzt müsse die Politik gute Rahmenbedingungen schaffen.

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