Schlankmacher zum Reinschlüpfen - nicht nur für Rihanna

12. November 2013, 18:09
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Wer modisch was auf sich hält, hüllt seine Arme in diesem Herbst in Ärmel aus Leder. Warum? Vielleicht, weil die im Vergleich zum Steppmantel einen schlanken Arm machen

Kaum vorstellbar: Ein Kleidungsstück, das imstande sein könnte, dem Steppmantel den Todesstoß zu versetzen. Ganz so weit ist es zwar noch nicht, doch passend zum Novemberwetter hat sich die Konkurrenz in Stellung gebracht: Kontrastärmel an Jacken und Mänteln wollen dem wattierten Stepp an den Kragen.

Was die Inszenierung der Körpersilhouette angeht, sind sie auch klar im Vorteil. Denn während der Steppmantel viel zu oft an die aufgeblasenen Formen des runden Michelin-Männchens erinnert, funktionieren die Jacken mit den abgesetzten Ärmeln – meist aus Leder oder in Lederoptik – in dieser Hinsicht zumindest als Super-Sorglospaket: Echte Schlankmacher um die Arme herum und außerdem nicht ganz so fad.

Es muss nicht gleich Gold sein

Statt eintönigem Schwarz vom Halsausschnitt bis Mantelsaum sorgen die eingesetzten Ärmel, manchmal auch im Raglanschnitt, für Farbe. Es muss ja nicht gleich Gold sein – diese Kombination soll einem Justin Bieber oder einer Rihanna vorbehalten bleiben. Warum die Sache mit den Ärmeln aber gerade so verdammt gut funktioniert? Darüber kann nur spekuliert werden.

Eines aber ist sicher: Mit Justin Bieber und Rihanna hat das im weitesten Sinn auch zu tun. Die College-Jacke, zu deren Breitenwirksamkeit sie einiges beigetragen haben, ist nämlich nicht ganz unschuldig an all den Ärmeleinfällen, die gerade wie die Schwammerln aus den Einkaufsregalen sprießen.

Erstmals aufgetaucht soll sie während der 1860er Jahre in Cambridge auf den Baseballplätzen von Harvard sein. Die Kombination aus einem wollenen Vorder- und Rückenteil und eingesetzten Lederärmeln wurde vor über achtzig Jahren erfunden.

Warum also nicht einfach die Kontrastärmel, das Erkennungszeichen der College-Jacke, in andere Jacken- und Mantelmodelle einbauen? Das kann dem Absatz ja nur gut tun. Und so, wie es aussieht, geht die Rechnung der Hersteller auf.

Die gängigen Modelle sind dafür fast nicht auseinander zu halten, goldene Ärmel sind bekanntlich was fürs Showgeschäft. Besonders auffällig: Trendbewusste Hersteller lehnen sich eng an die College-Jacken aus den Dreißiger Jahren an: Mit aufgenähten Buchstaben nämlich. Die weisen meist auf den Hersteller hin. Und weil Logos gerade wieder gerne auf der Brust spazieren geführt werden, passt das ja.  Ist nur  wieder eine ganz eigene Geschichte. (Anne Feldkamp, derStandard.at, 12.11.2013)

 

>> Eine Auswahl aktueller Modelle

 

  • Nicht mit Goldärmeln, sondern hier in der plüschigen Variante unterwegs: Sängerin Rihanna.
    foto: ap/short

    Nicht mit Goldärmeln, sondern hier in der plüschigen Variante unterwegs: Sängerin Rihanna.

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