PS4, Xbox One: "Jeder dachte, Microsoft würde die neue Generation gewinnen ..."

12. November 2013, 12:58
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Ex-THQ-Chef Jason Rubin und IHS-Analyse sehen heute Sony vorne

Ende November erwartet die Videospielbranche den Start einer neuen Konsolengeneration. Seit ihrer Ankündigung hat sich um Sonys PlayStation 4 und Microsofts Xbox One viel getan. Das Stimmungsbarometer unter den Konsumenten hat dabei nicht so ausgeschlagen, wie es viele in der Industrie noch zur Zeit der PlayStation 3 und Xbox 360 erwartet hatten. Bislang fand das Konzept der PS4 unter Spielern einen größeren Zuspruch als jenes der XBO. Davon geht auch eine aktuelle Analyse von IHS aus, die die PS4 in den kommenden fünf Jahren bei den Verkaufszahlen vor der XBO sieht. Eine Überraschung, die auf Sonys internen Wandel in der PlayStation-Entwicklung zurückzuführen ist, sagt Naughty-Dog-Mitbegründer und Ex-THQ-Chef Jason Rubin in der Sendung "Bonus Round" von Gametrailers.

Das Cerny-Modell

"Nachdem ich bei Sony gearbeitet und gesehen habe, wie Sony funktioniert, ist ihnen dieser Marktstart besonders hoch anzurechnen. Innerhalb der Industrie dachte jeder vor zwei Jahren, still und heimlich, dass Microsoft diese Generation gewinnen würde. Das ist jetzt nicht der Fall", so Rubin. "Sie waren sehr, sehr klug und sehr anpassungsfähig bei ihrer Unternehmenspolitik, um den Wünschen der Spieler zu entsprechen, und sie haben eine tolle Hardware kreiert. Der Schöpfer der Hardware, Mark Cerny, hätte dies nicht in der PS3-Ära tun können, da Ken Kutaragi dort war und das gesamte Unternehmen eine andere Herangehensweise hatte."

Neue Prozesse

Nachdem Rubin selbst bei Sony und mit Cerny zusammengearbeitet hat, wisse er über die internen Prozesse zur Hardwareproduktion Bescheid. Diese hätten sich nach der als komplex und teuer betrachteten PS3 radikal geändert. Cerny verfolgte seit den Anfängen der Konzeption 2007/2008 ein entwicklergetriebenes Modell, wodurch die Hardware auf die Wünsche der Spielhersteller zugeschnitten wurde. "Der Wandel vom Kutaragi-Modell zum dem, was ich Cerny-Modell nenne, ist weit gravierender, als es wahrgenommen wird. Es geht darum, den Markt zu beobachten und sich dem Markt anzupassen, anstatt die ultimative Grafik-Hardware von einem technischen Standpunkt aus zu bauen und zu erwarten, dass der Markt schon kommen wird."

Microsofts Wandel

Gleichzeitig betont Rubin, dass auch Microsoft es in den vergangenen Monaten geschafft hat, seine Xbox-One-Strategie, basierend auf den Rückmeldungen der Konsumenten, anzupassen. Zumindest all jene Aspekte, die nicht Hardware-gebunden sind, wie Richtlinien oder Software, könnten laufend geändert werden, weshalb man keine der Parteien zu früh abschreiben sollte.

Prognose

Wie sich die unterschiedliche Ausgangslage auf die kommenden Jahre auswirken wird, versucht das Marktforschungsunternehmen IHS in einer aktuellen Prognose festzuhalten. Demnach wird sich die PS4 in den kommenden fünf Jahren rund 49 Millionen Mal verkaufen, die XBO etwa 38 Millionen Mal. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Sonys Konsole bei der Kernspielerschaft besser ankommen würde und daher mehr Early-Adopter für sich gewinnen können werde. Beide Plattformen sollen laut IHS einen besseren Start als ihre Vorgänger hinlegen und dabei auch von den schwachen Verkaufszahlen von Nintendos Wii U profitieren. (zw, derStandard.at, 12.11.2013) 

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    foto: epa/michael nelson

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