Werke aus der "Lost Art Internet Database"

Ansichtssache13. November 2013, 10:48
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Die Behörden haben in einer ersten Etappe 25 Werke aus dem Münchner Kunstfund in der Lostart-Datenbank aufgelistet, bei denen laut Behördenangaben "der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug" besteht. Der Server der Website war und ist der Überlastung ob der zahlreichen Zugriffen – von Restitutions- aber auch Hobbyforschern – kaum gewachsen. Die dort zu den 25 Kunstwerken – davon drei Gemälde und 22 Arbeiten auf Papier (Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik) – verfügbaren Informationen sind dürftig. Teils werden Provenienzen angeführt, nicht jedoch Details zu den ursprünglichen Sammlungen, die Redaktion bemüht sich um Ergänzung. (kron, derStandard.at, 12.11.2013)

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foto: staatsanwaltschaft augsburg/dpa

Max Liebermann, Reiter am Strand, Gemälde, 1901.

David Friedmann (1893-1980)  war ein österreichisch-tschechisch-amerikanischer Künstler. 1933 hatte er als Künstler Berufsverbot erhalten. Im Dezember 1938 floh er mit seiner Ehefrau Mathilde und seiner Tochter Mirjam nach Prag und ließ sowohl sein komplettes künstlerisches Werk als auch seine Kunstsammlung zurück. Einen Teil seines Besitzes hatte er bei einer Spedition eingelagert. Im Herbst 1941 wurde dieser von der Gestapo beschlagnahmt. Während seine Ehefrau und seine Tochter in Auschwitz umkamen, überlebte David Friedmann (Ghetto Litzmannstadt) den Holocaust.

Das nun bei Cornelius Gurlitt aufgefundene Gemälde "Reiter am Strand" von Max Liebermann stammt aus David Friedmanns Sammlung. Es gehörte übrigens zu jenen Werken, die von den Amerikanern nach dem Zweiten Weltkrieg bei Hildebrandt Gurlitt beschlagnahmt und 1950 wieder retourniert wurden. Laut der deutschen Tageszeitung Die Welt sei die Provenienzkette Friedmann-Gurlitt seit Jahren bekannt. In dem 1996 erschienenen Liebermann-Werkverzeichnis wurde David Friedmann als ursprünglicher Besitzer veröffentlicht. (kron)

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