Tschechien will Anteil von Atomstrom auf 52 Prozent erhöhen

12. November 2013, 11:37
104 Postings

Kritik von Umweltschützern an Industrieministerium

Prag - Tschechien rechnet mit einer Erhöhung des Anteiles der Atomenergie an der Stromproduktion des Landes von bisher ein Drittel auf 52 Prozent. So sieht es das aktualisierte Konzept der Energiepolitik des Industrieministeriums vor, aus dem Medien am Dienstag zitierten. Das Dokument geht weiterhin vom Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin um zwei Blöcke aus.

Außerdem sollen demzufolge die Bedingungen geschaffen werden, damit die Laufzeit aller vier Blöcke im südmährischen AKW Dukovany auf 60 Jahre erhöht werden kann. Dukovany wurde 1985 in Betrieb genommen. Das Konzept sieht weiters den Bau eines fünften Reaktorblocks um das Jahr 2040 vor. Auch die Errichtung neuer Nuklearkapazitäten an anderen Standorten wird nicht ausgeschlossen.

Stärkung erneuerbarer Quellen

Der Anteil der Kohle an der Stromproduktion soll von den jetzigen 60 Prozent auf 16 Prozent gesenkt werden. Demgegenüber sollen neben der Kernkraft auch erneuerbare Quellen - vor allem Biomasse und Solaranlagen - sowie Gas gestärkt werden.

Umweltschützer kritisierten das Dokument und forderten das Ministerium auf, es zu überarbeiten. Das Konzept stehe im Widerspruch zu den europäischen Trends. (APA, 12.11.2013)

Hintergrund zur tschechischen Atompolitik:

Die keine Angst vor Atomstrom haben

  • Das Atomkraftwerk Temelin soll um zwei Blöcke ausgebaut werden.
    foto: dpa/armin weigel

    Das Atomkraftwerk Temelin soll um zwei Blöcke ausgebaut werden.

Share if you care.