Fachverband Werbung: Vertreter in ORF-Stiftungsrat, keine neuen Onlinesteuern, keine neuen Werbeverbote

12. November 2013, 15:03
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Werbeklimaindex: Rückgang der Nachfrage und auch der Beschäftigten in Kommunikationsbranche - Schwächerer Start ins Jahr 2014 prognostiziert

Wien - Heimische Werbeunternehmen rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einem Rückgang der Nachfrage und auch der Beschäftigten. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Wifo-Werbeklimaindex. Befragt wurden 119 Unternehmen mit rund 2.700 Beschäftigten. "Die heimische Kommunikationswirtschaft hat sich im dritten Quartal verhalten entwickelt", sagt Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Entwicklung sei "bei weiten nicht mehr so dynamisch wie noch zu Jahresbeginn." Mit 12,1 Punkten liegt der aktuelle Index zwar nach wie vor im positiven Bereich. Sery-Froschauer erwartet aber "eher holprigen Jahresbeginn der Kommunikationsbranche für 2014".

Vor eineinhalb Jahren meldeten 82 Prozent der Unternehmen ausreichende oder mehr als ausreichende Auftragsbestände, dieser Wert ist inzwischen auf 67 Prozent gesunken. 22 Prozent der Befragten rechnen mit einem Beschäftigungsrückgang, nur 13 Prozent wollen ihr Personal ausbauen. "Insgesamt zeigen die unternehmerischen Erwartungen in der heimischen Werbewirtschaft an, dass die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung noch nicht in der Kommunikationsbranche angekommen ist", sagt Wifo-Experte Werner Hölzl, "weiterhin bestehende Konjunkturrisiken machen die Unternehmen vorsichtig." 

"Der von uns seit letztem Winter prognostizierte Trend, nämlich dass die Dynamik in der Werbung spürbar nachlässt, hat sich bestätigt", sagt Sery-Froschauer. Sie erwartet aber auch, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr zunehmend an Fahrt gewinnen wird. "Die heimische Exportstärke und die verbesserte Grundstimmung und Auftragslage bei den Unternehmen der anderen Branchen lassen einen Aufschwung erwarten." Die Politik müsse diese Trends "auf allen Ebenen unterstützen", fordert der Fachverband.

Von der neuen Bundesregierung fordert der Verband unter anderem

  • die Abschaffung der Werbeabgabe
  • eine Werbeausgaben-Zuwachsprämie
  • keine neuen Online-Steuern 
  • keine neuen Werbeverbote
  • Entlastung des Mittelstandes
  • die gleiche USt-Besteuerung von Print- und Online-Ausgaben
  • die "wirtschaftsorientierte Umsetzung der EU-Datenschutzrichtlinie"
  • Vertreter der Werbe-und Kommunikationsbranch im ORF-Stiftungsrat

Es braucht vor allem eine "digitale Strategie" und eine "gesamthafte Medienpolitik, die mehr als den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Print beinhaltet", sagt Markus Deutsch, Geschäftsführer des WKÖ. Hier kooperiert der Fachverband auch mit den Verlegern (VÖZ) und dem Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ).

Sondererhebung Werbung & Ethik

Zum Thema Werbeverbote und Stärkung der Selbstregulierung hat der Fachverband gemeinsam mit dem Wifo eine Sondererhebung durchgeführt. Rund ein Drittel der befragten Werbeunternehmen gibt an, dass sie und ihre Beschäftigten mit dem Inhalt des Selbstbeschränkungskodex des Österreichischen Werberates vertraut sind. 47 Prozent der Befragten sagen, dass sie keine ausreichenden Kenntnisse darüber zu besitzen. Knapp die Hälfte der Befragten, die angeben, mit dem Kodex vertraut zu sein, ist auch bereit, Schulungen für sich und ihre Mitarbeiter zum Thema "Ethik in der Werbung" im jeweiligen Bundesland in Anspruch zu nehmen. Der Fachverband will dazu ein für Österreich maßgeschneidertes Ausbildungstool anbieten, Basis dafür ist das vom Europäischen Werberat entwickelte "3E Module". (red, derStandard.at, 12.11.2013)

  • Werner Hölzl, Angelika Sery-Froschauer, Markus Deutsch, Geschäftsführer.
    foto: wirtschaftskammer österreich

    Werner Hölzl, Angelika Sery-Froschauer, Markus Deutsch, Geschäftsführer.

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