Polen finanziert Institut für Wissenschaften vom Menschen mit

11. November 2013, 15:57
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Minister Töchterle und polnische Amtskollegin Kudrycka sagen bis 2016 jährlich jeweils 750.000 Euro zu

Wien/Warschau - Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien wird bis 2016 mit jährlich 750.000 Euro von Polen mitfinanziert. Das sieht eine Vereinbarung vor, die Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) und seine polnische Amtskollegin Barbara Kudrycka am Montag in Wien unterzeichneten. Es handle sich dabei um ein "klares Bekenntnis für den hohen Stellenwert der Geistes- und Sozialwissenschaften", wie Töchterle in einer Aussendung betonte.

Das IWM wurde 1982 durch den Anfang 2013 verstorbenen polnischen Philosophen Krzysztof Michalski gegründet. In Form eines "Institute of Advanced Studies" wurde es zur Förderung geistigen Austauschs zwischen Ost und West in unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Bereichen gegründet. Laut seinem Selbstverständnis möchte es "neue gesellschaftlich relevante und oftmals umstrittene Themen ins Blickfeld rücken, um so einen Beitrag zu politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Diskussionen zu leisten."

Das IWM besteht aus einem kleinen Kreis ständiger Mitglieder und "Visiting Fellows", die für mehrmonatige Forschungsaufenthalte nach Wien kommen. Die Grundfinanzierung des IWM kommt aus Mitteln des Bundes, der Stadt Wien und der Open Society Foundation; zusätzlich erhält es für seine Programme Drittmittel aus dem In- und Ausland.

Polnische Wissenschafter maßgeblich an Arbeit des IWM beteiligt

"Das IWM hat sich in seinen rund 30 Jahren des Bestehens zu einem renommierten Institut entwickelt, das weit über die Landesgrenzen gekannt und geschätzt wird", so Wissenschafts- und Forschungsminister Töchterle. Seit seiner Gründung hat das IWM mehr als 1.000 Wissenschafter aus der ganzen Welt beherbergt, davon ein bedeutender Anteil aus Polen. Das Land zählt damit zu den Hauptbegünstigten und -beteiligten an dessen Forschungsprogrammen, heißt es in der Aussendung.

Die Vereinbarung sieht von 2014 bis 2016 eine jährliche Unterstützung von jeweils 750.000 Euro durch das österreichische und das polnische Ministerium vor. Zwischen Österreich und Polen gebe es bereits seit vielen Jahren eine Zusammenarbeit im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, wird in der Aussendung betont. Die Finanzierungsvereinbarung soll deren Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und den Zusammenhalt in Europa unterstreichen. Die Vereinbarung sieht neben der IWM-Finanzierung auch den Austausch von Wissenschaftern, Studenten und Doktoranden vor.

Derzeit wird nach einem neuen IWM-Rektor gesucht, die Bewerbungsfrist läuft noch bis 15. Dezember. Für Interimsrektorin Cornelia Klinger ist die Förderung nicht nur eine Anerkennung der Arbeit der vergangenen 30 Jahre, sondern auch "Vertrauen in die Zukunft" während des Generationswechsels. Das IWM werde sich jedenfalls weiterhin eine "unparteiische und unabhängige Auseinandersetzung mit den brennenden geistigen, gesellschaftlichen und politischen Problemen der Zeit" zur Aufgabe machen, so Klinger. (APA/red, derStandard.at, 11.11.2013)

  • Die Finanzierungsvereinbarung soll die Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und den Zusammenhalt in Europa unterstreichen, so Kudrycka und Töchterle.
    foto: iwm/willy haslinger

    Die Finanzierungsvereinbarung soll die Rolle der Geistes- und Sozialwissenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und den Zusammenhalt in Europa unterstreichen, so Kudrycka und Töchterle.

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