Physiker entwickeln neuartigen, adaptiven Tarnmantel

Ansichtssache18. November 2013, 11:40
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foto: marit mitchell/university of toronto

Neuartiger, adaptiver Tarnmantel entwickelt

Einen funktionsfähigen Tarnmantel, der nicht nur in kleinstem Maßstab arbeitet, wollen zwei Wissenschafter an der Universität von Toronto entwickelt haben. George Eleftheriades (links im Bild) und Michael Selvanayagam (rechts) sind mit ihrer Technologie neue Wege gegangen. Statt eine "Unsichtbarkeit" über Materialeigenschaften zu realisieren, haben die Forscher Versuchsobjekte, die sie zum Verschwinden bringen wollten, mit einer Anzahl winziger Antennen umgeben, die gemeinsam ein elektromagnetisches Feld erzeugen. Nach der Theorie der beiden Physiker verschluckt dieses Feld jene elektromagnetischen Wellen, die andernfalls von dem Objekt zurück geworfen werden.

Und tatsächlich: im Experiment, bei dem die beiden Wissenschafter Radarwellen einsetzten, verhinderte das Feld, dass eine runde Metallscheibe (hier im Vordergrund) per Radar erfasst werden kann; in diesem Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums wurde das Objekt buchstäblich unsichtbar. Mit ihrer Technik haben die Forscher die Grundlage für weitere Entwicklungen gelegt. Das Prinzip ließe sich verhältnismäßig einfach in der Größe skalieren. Außerdem könnten die verwendeten Antennen in Zukunft sowohl als Sensoren als auch als Sender dienen: Je nach Frequenz der auftreffenden elektromagnetischen Wellen würde sich das System dann automatisch adaptieren. Eleftheriades ist optimistisch, dass diese Form eines Tarnmantels auch bei sichtbarem Licht funktioniert. "Es ist nur eine Frage der eingesetzten Technik. Man kann das selbe Prinzip auch bei Licht anwenden und an den entsprechenden Sendern wird bereits geforscht", meint der kanadische Wissenschafter.

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