Deutsche Expertin: Rechte Szene wird weiterhin unterschätzt

9. November 2013, 10:07
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"Nach Anschlägen kommt es selten zu Verhaftungen"

München - Nach Einschätzung der nordbayerischen Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair wird zwei Jahre nach Bekanntwerden der NSU-Morde die rechte Szene weiterhin unterschätzt. "Von Neonazis organisierte Konzerte kommen erst im Nachhinein, eher zufällig, ans Licht. Nach Anschlägen kommt es selten zu Verhaftungen", kritisierte die Diplom-Sozialwirtin, die das Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) leitet. Eine demokratische Gegenbewegung werde verhindert, wenn rechte Aktivitäten zu spät an die Öffentlichkeit gelangten, sagte Mair.

Das Institut eröffnete am Freitag in Nürnberg eine Ausstellung über die neun NSU-Opfer. Laut Anklage erschossen die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in den vergangenen zehn Jahren acht türkisch- und griechischstämmigen Menschen sowie eine Polizistin. Beate Zschäpe ist als Mittäterin angeklagt. Böhnhardt und Mundlos wurden im November 2011 in ihrem Wohnmobil tot aufgefunden, als die Polizei sie nach einem Banküberfall eingekreist hatte. (APA, 9.11.2013)

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