fixubuntu.com: Canonical ermahnt Ubuntu-Kritiker

9. November 2013, 09:44
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Untersagt Nutzung und verlangt Änderung der Domain fixubuntu.com

Ubuntu-Entwickler Canonical sorgt mit einem Brief an Micah Lee von der Electronic Frontier Foundation für Aufregung. Die EFF betreibt die Seite "Fix Ubuntu", die als Anleitung dafür dient, wie man verschiedene Features – etwa die an Amazon mitgekoppelte Desktopsuche – abdreht, welche man als Privatsphäre-Problem betrachtet. Heise berichtet.

Angeblich Verwechslungsgefahr

Die Forderung: Auf fixubuntu.com solle künftig nicht mehr das Ubuntu-Logo verwendet werden. Außerdem dürfe der Name "Ubuntu" nicht ohne Genehmigung in der Domain aufscheinen. Der Firmenanwalt von Canonical verweist in in dem sehr höflich gehaltenen Brief auf die "äußerst angemessen gehaltenen Nutzungsbedingungen für geistiges Eigentum für Inhalte der Ubuntu-Website.

Aber weil Verwendung von Name und Logo zu Verwechslungen führen könnten, könne man die Nutzung in diesem Falle nicht erlauben.

Reaktion

Micah Lee sieht sich im Rahmen der gesetzlichen "Fair Use"-Bestimmungen allerdings im Recht, auch der Anwalt der EFF pflichtet dieser Einschätzung bei. Als nette Geste hat er das Logo trotzdem entfernt, weigert sich aber, die Domain zu wechseln. Stattdessen hat er auf der Webseite einen sarkastisch gehaltenen Hinweistext deponiert, der etwaige Verwechslungen ausschließen soll.

"Wenn Sie entweder 1) ein kompletter Idiot 2) ein Anwalt oder 3) beides sind, nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass diese Seite nicht mit Canonical in Verbindung steht oder von Canonical genehmigt wurde", heißt es einleitend. "Unsere Verwendung des Markenbegriffs Ubuntu ist rein beschreibend – es hilft der Öffentlichkeit, die Seite zu finden und ihre Botschaft zu verstehen."

Sollte Canonical weiter ein Problem mit "Fix Ubuntu" haben, so Lee auf seinem Blog, könne das Unternehmen ihn ganz leicht zur Schließung der Seite bringen. Man müsse nur die Verknüpfung der Suche als Standardeinstellung deaktivieren und stattdessen als Opt-in anbieten.

Update

Canonical hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Wie Firmenchef Mark Shuttleworth auf Google+ betont, müsse man zur Erhaltung der eigenen Markenrechte wenigstens irgendeine Vereinbarung treffen, bevor das Ubuntu-Logo verwendet werden könne. Er gesteht jedoch ein, dass der Brief an Micah Lee Seiten Canonicals "ein bisschen dumm" war. Steve George, Vice President of Operations, reicht in einem Blogeintrag nach, dass mit der Entfernung des Logos und dem Disclaimer-Text die Situation nach Ansicht von Canonical nun bereinigt sei. (red, derStandard.at, 09.11.2013)

  • Auf fixubuntu.com wird das Logo der Linux-Distribution künftig nicht mehr verwendet.
    foto: micah f. lee

    Auf fixubuntu.com wird das Logo der Linux-Distribution künftig nicht mehr verwendet.

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