Neues erleben und dabei Neues lernen

8. November 2013, 17:00
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Erlebnisorientierte Lernelemente gibt es auch in postgradualen Programmen - Intensive Reflexionsrunden gehören dazu

Aus Erfahrung lernt man, heißt es - und aus Grenzerfahrung noch intensiver. Erlebnispädagogik nennt sich dieser Ansatz im Lehrbereich, und sie hat längst ihren alternativen Charakter verloren. Auch in der postgradualen Weiterbildung kommen erlebnisorientierte Methoden immer mehr zum Einsatz.

An der Limak - Austrian Business School gibt es seit heuer im Executive-MBA-Programm mit der Leadership-Challenge auch eine zwölftägige Outdoor-Variante im zweiten Semester. "Auf freiwilliger Basis", hebt Wolfgang Güttel, wissenschaftlicher Leiter der Limak und akademischer Leiter der Leadership-Challenge, hervor. Denn eine körperliche Herausforderung sei diese Variante auf alle Fälle.

Klettersteig und Brücke bauen

Anfang Oktober fanden die ersten drei Tage in freier Natur statt. Rund die Hälfte der Executive-MBA-Studierenden hat sich für diese Variante entschieden und musste einen Klettersteig bewältigen oder eine Brücke über einen Fluss bauen. Einer der Teilnehmer übernahm für eine Aufgabe die Führungsrolle. Im Anschluss wurde am dritten Tag das Erlebte unter fachlicher Anleitung reflektiert und strukturiert Verbindungen zur täglichen Arbeit der Führungskräfte hergestellt.

"Anfangs war ich gegenüber dieser Art des Lernens durchaus skeptisch", gibt Güttel zu. Das Feedback der Teilnehmer sei aber durchwegs euphorisch gewesen, sagt er. Das Entscheidende daran sei, der intensiven Reflexion ausreichend Raum zu geben, und dafür sei der fachliche Hintergrund der Trainer essenziell.

Neue Führungserfahrungen

Auch an der WU Executive Academy (WU EA) werden diese Lernmethoden angeboten, derzeit aber nur im Rahmen der maßgeschneiderten Unternehmensprogramme. Im Gegensatz zur Limak werde dabei aber weniger an Leistungsgrenzen gegangen, sondern Erlebnisse wie "Führen im Dunkeln" , "Leadership-Orchester" oder, neu im Programm, "Kinder coachen Manager" ermöglicht.

"Die Akzeptanz der Firmen ist unterschiedlich", sagt Markus Obenauf, Leiter der Inhouse-Programme an der WU EA. Denn gerade im erlebnisorientierten Lernbereich würde auch vieles angeboten, wo ausschließlich das Erleben im Fokus stehe. "Aber sobald unsere Kunden unser Konzept erlebt haben, wollen sie es auch für die weiteren Durchgänge ihrer Inhouse-Programme beibehalten", ergänzt er. Und rund die Hälfte der Firmenkunden würden erlebnisorientierte Elemente wählen.

Und auch an der WU EA sind ein ganz wesentlicher Bestandteil dieser Lernmethoden intensive, unterstützte Reflexionsrunden, wo das Erlebnis zu Leadership-Theorien in Bezug gesetzt werde, erklärt Obenauf.

Bereits seit 2009 werden diese Elemente angeboten. Das Schwierigste dabei sei, passende Trainer dafür zu finden. Und auch die Suche nach neuen Methoden gehe weiter. (Gudrun Ostermann, Management STANDARD, 2./3.11.2013)

  • Klettern, Brücken bauen oder einen Hindernisparcours bewältigen: Erlebnisorientiertes Lernen ist im Vormarsch.
    foto: apa/dpa/gebert

    Klettern, Brücken bauen oder einen Hindernisparcours bewältigen: Erlebnisorientiertes Lernen ist im Vormarsch.

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