Xbox-One-Designer musste nach #Dealwithit-Affäre ein neues Leben anfangen

8. November 2013, 10:59
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Adam Orth über die Angst um seine Familie

Sieben Monate ist es her, dass sich der ehemalige Kreativdirektor der Xbox One zur ursprünglich geplanten Online-Pflicht der Konsole auf Twitter geäußert hat und daraufhin seinen Job bei Microsoft verlor. Nun sprach Adam Orth im Rahmen der GDC Next-Konferenz erstmals vor einem Publikum über den Vorfall und dessen Auswirkungen auf sein Leben. 

Unangebrachte Aussagen

Mit seiner Aussage, wonach  er "das Drama um eine 'always online'-Konsole nicht" verstehe, sorgte Orth für reichlich Kritik bei Konsumenten. "Jedes Gerät heute ist immer online. Das ist die Welt in der wir leben", schrieb Orth und fügte noch den Hashtag "#dealwithit" (Findet euch damit ab) hinzu. Kritischen Fragen von Twitter-Usern entgegnete er angriffslustig und betonte, dass er jedes Gerät immer online haben wolle. "Diese Leute sollten mit der Zeit gehen und sich Internet besorgen. Es ist unglaublich."

Eine Woche nach den Aussagen musste Orth Microsoft verlassen. Im Nachhinein betrachtet, versteht er, dass seine Aussagen in einem öffentlichen Forum wie Twitter unangebracht gewesen sind. "Ich habe es noch schlimmer gemacht, indem ich die Konversation in einem sarkastischen Ton mit einem engen Freund fortgesetzt hatte. Wenngleich dieser Umgangston für uns natürlich und normal war, las der Rest der Welt etwas ganz anderes. Es fällt mir heute leicht, die Wut und die Aufregung zu verstehen und wie kontrovers (die Aussagen) angesichts meiner beruflichen Position waren", so Orth. 

Gravierende Folgen

Wenngleich Orth inhaltlich nach wie vor zu seinen Aussagen steht, weiß er nun, dass er diese Konversation lieber unter Freunden führen hätte sollen. "Ich habe jede rationale Kritik und Diskussion zu meiner Meinung verdient." Dabei sei es allerdings nicht geblieben.

Anstelle dessen wurde Orth mit beleidigenden und drohenden Emails und Telefonanrufen konfrontiert. Über seine Social-Media-Kanäle kamen laufend Drohungen von erbosten Usern. Es ging soweit, dass er sich bereits Sorgen um seine Familie machte. "Schlussendlich mussten wir die Stadt verlassen, um uns (wieder) sicher zu fühlen. Wir mussten unser Leben komplett neu aufbauen und unser digitales Leben und unsere Finanzinformationen schützen, um uns und unsere Anlagen zu schützen." Seither lebt Orth in Santa Monica und hat dort ein neues Spielestudio gegründet. Der Vorfall habe ihn für immer verändert aber auch stärker gemacht. (zw, derStandard.at, 8.11.2013)

  • Durch seine Aussagen zum geplanten Online-Zwang der Xbox One wurde Adam Orth zum Gespött im Internet.
    foto: internet-memes

    Durch seine Aussagen zum geplanten Online-Zwang der Xbox One wurde Adam Orth zum Gespött im Internet.

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