Auf du und du mit Mösette

Ansichtssache7. November 2013, 17:16
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Aufklärung einst: Der oder die Lehrerin stand vor einer Schautafel und ratschte die Geschichte von Mann und Frau mit Grabesmiene herunter. Schüler, die blöde Witze rissen, wurden mit Nachsitzen bestraft. Daheim fand sich aus heiterem Himmel ein schmaler Bildband im Regal, mit interessanten Fotos und sprachsensiblen Formulierungen vom "Liebe machen" und "Eindringen".

foto: mdr

Heute wird das Thema offensiver angegangen. Wochen vorher beratschlagen Mütter, Väter und Lehrer beim Elternabend, wie der heikle Stoff angegangen werden soll. Nach erfolgter Lektion stellen sie gebannt die "Wie war’s?"-Frage, und die lieben Kleinen, übrigens noch im Volksschulalter, müssen ihr Wissen ausführlich kundtun. Nur ja kein Trauma jetzt!

Die Gefahr, bei so plangemäßem Vorgehen besteht darin, dass angesichts solchen Aufhebens um den richtigen Ton gar manches Kind "oversexed and undernewsed“ bleibt und in Ahnungslosigkeit heranwächst. Wissen um Theorie und Praxis sind eben zweierlei.

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Dieser Zielgruppe nimmt sich der MDR an mit der fünfteiligen Dokureihe "Make Love" (sonntags, 22.20 Uhr;  mittwochs 23.45, SWR) und er tut es kompakt und griffig. Ehrfürchtig lauschen junge Paare den Ausführungen von Sexologin Ann-Marlene Henning. Die Frage "Was ist guter Sex?“ wurde in Teil eins von vorne bis hinten abgehandelt.

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Plüschvagina Mösette leistete hier ebenso gute Dienste wie Filmstudium vom Beckenbodentraining: "Alles ist da, und man kann es trainieren." Eine Qualitätsoffensive, nicht halb so peinlich, wie das prüde Facebook, das die Gruppe vorsichtshalber sperrte. Folge zwei hilft verklemmten Eltern: "Wie sag ich’s meinem Kind?" (Doris Priesching, DER STANDARD, 8.11.2013)

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