Delikat kratzige Stimme und bewusst altmodischer Zugang

7. November 2013, 18:34
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Neue Alben von Iva Bittová und Echoes of Swing

IVA BITTOVÁ
(ECM/Lotus)

Die Tschechin Iva Bittová braucht keinen Extremaufwand, um eine ganz eigene Welt zu erschaffen. Ein paar Geigentöne reichen, um ein Fundament zu legen. Und wenn sie dann ihre markant kratzige Stimme zum Einsatz bringt, steht der Hörer vor einer imaginären Folklore, die ganz besonderes Flair verbreitet. Es gibt raue Töne, aber Bittová lässt ihre Ideen doch im Intimen und Schummrigen verweilen. Delikat.

ECHOES OF SWING
Blue Pepper (ACT/Edel)

Tief tauchen hier vier witzige Könner in die Jazzgeschichte ein, gehen es ganz bewusst altmodisch an und klingen dabei wie eine Band, die nicht nur einem Nostalgiker wie Max Raabe gefallen würde. Echoes of Swing braucht Trompete (Colin T. Dawson), Saxofon (Chris Hopkins), Klavier (Bernd Lhotzky) und Schlagwerk (Oliver Mewes) - und fertig ist ein heiterer, aber immer delikat und smart arrangierter Zugang zu Hadern wie Blue Moon. So steht man, intelligent unterhalten, vor der Erkenntnis, dass es einerlei ist, wie alt eine Musik klingt - solange sie so frisch und pointiert serviert wird wie hier. (toš, Rondo, DER STANDARD, 8.11.2013)

  • Artikelbild
    foto: ecm/lotus
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