Untersuchung: Dicke Luft in Österreichs Büros

7. November 2013, 12:37
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In kaum einem der Büros lagen alle gemessenen Luftqualitäts-Richtwerte im empfohlenen Bereich

Mehr als 360 Büros wurden bei einer österreichweiten Erhebung auf wesentliche Indikatoren für gesunde Raumluftqualität untersucht. Am heutigen "Tag der guten Raumluft 2013" präsentierte die Plattform MeineRaumluft.at nun die Ergebnisse: In fast allen Büros wurden während des Messzeitraumes Richtwerte für gesunde Raumluft zumindest punktuell über- beziehungsweise unterschritten. Arbeitsmediziner geben die Folgen für den Einzelnen und die Wirtschaft zu bedenken: Ermüdung, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl sowie Leistungsabfall und Krankenstände.

Österreichweite Erhebung

Seit Winter letzten Jahres (und noch bis einschließlich 30. März 2014) führt die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at österreichweit Erhebungen zur Raumluftqualität in Büros durch. Dabei fanden zwei Untersuchungsreihen statt. Einerseits gab es im Auftrag der Plattform MeineRaumluft.at mehr als 230 Spontan-Untersuchungen, andererseits wurden in 130 Büros jeweils eine Woche lang Daten durch Mitarbeiter der Betriebe oder Betriebsärzte erhoben. Gemessen wurden Luftfeuchtigkeit, Raumtemperatur, Luftaustauschrate, CO2-Gehalt sowie die Anzahl der Luftionen, die in Sondermessungen mit einem speziellen Ionen-Messgerät ermittelt wurden.

Bei den 230 Spontan-Messungen im Winter zeigt sich bei mehr als jedem fünften Büro, dass die Luftfeuchtigkeit zu gering und der CO2-Wert zu hoch ist. Die Anzahl der Luftionen unterschritt bei den Sondermessungen den Richtwert von 1.000 Luftionen pro cm3 sogar bei 80 Prozent der Büros. Darüber hinaus lag die Temperatur im Winter in rund jedem achten Büro unter 18 Grad. Auch ist die Luft zu trocken und weist mit erhöhten CO2-Werten generell eine schlechte Qualität auf. In kaum einem der Büros lagen alle gemessenen Richtwerte im empfohlenen Bereich.

Gesundheitliche Folgen

Die restlichen Messungen zwischen Frühsommer und Herbst 2013 ergab sogar in jedem zweiten Büro eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. "Dies ist deshalb bedenklich, da bei Verwendung von Klimaanlagen eine relative Luftfeuchtigkeit von zumindest 40 Prozent zu erreichen ist. Und dies war bei 80 Prozent der klimatisierten Büros nicht der Fall", erklären die Untersuchungsleiter.  Die CO2-Werte waren bei den Wochen-Messungen in jedem zehnten Büro zu hoch, das Gesamtergebnis war allerdings besser als bei den vorangegangenen Spontanmessungen.

Arbeitsmedizinerin Eva Höltl verweist auf die gesundheitlichen Folgen und die wirtschaftlichen Aspekte: "Schlechte Raumluft kann umfangreiche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Allergien und Atemwegserkrankungen können die Folge sein, auch die Leistungsfähigkeit sinkt." Gezielte Vorsorge und professionelle Überlegungen, schon bei der Gebäudeplanung, seien für ein positives Raumklima unerlässlich. (red, derStandard.at, 7.11.2013)

Hinweis zur laufenden Aktion:

Unternehmen können bis einschließlich Ende März 2014 Raumluft-Messgeräte kostenlos bei der Plattform MeineRaumluft.at ausleihen

  • Mit diesen Geräten wurde die Luftqualität überprüft. 
 
    foto: meineraumluft.at

    Mit diesen Geräten wurde die Luftqualität überprüft.

     

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