Optimierte Leistung: Biomasse aus Österreich drängt in Consulting-Feld

6. November 2013, 18:42
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BioMa Energie AG will das Wissen um ihre optimierten Anlagen zu barem Geld machen

Wien - Drei Biomasseanlagen auf Hackgutbasis hat die Salzburger BioMa Energie AG derzeit laufen, eine in Gmünd im Waldviertel, eine in Ernsthofen im Mostvietel und eine in St. Andrä (Kärnten). Weil alle drei nach Angaben von Vorstandsdirektor Karl Fiedler "eine Superperformance liefern", soll das Wissen, wie das geht, nun auch an Dritte verkauft werden.

"Wir wollen aber nicht nur Consulting machen, wir sind auch an der Betriebsführung bestehender Biomasseheizkraftwerke interessiert", sagte Fiedler im Gespräch mit dem Standard. Mit einigen Interessenten sei man schon im Gespräch, in Deutschland genauso wie in Österreich.

Rund 8400 Stunden pro Jahr

Während die Durchschnittslaufzeit von Biomasseanlagen in Österreich bei rund 6200 Stunden liegt, kommen die drei Kraftwerke von BioMa auf durchschnittlich 8400 Betriebsstunden pro Jahr - bei voller Wartung und Instandhaltung. Das macht eine Differenz von 2200 Betriebsstunden je fünf MW-Kraftwerk aus. "Das, multipliziert mit dem Einspeisetarif, ist unser Mehrerlös," sagte Fiedler.

Das Geheimnis der langen Laufzeiten der Anlagen, die 2008 ans Netz gingen und eine Leistung von jeweils fünf MW Strom und zehn MW Wärme haben, liege unter anderem in eingebauten Redundanzen. Damit etwa die Hackgutzufuhr nicht wegen Verstopfung einer Linie zum Stillstand komme, habe man von Beginn an einen zweiten Transportweg vorgesehen. Darüber hinaus habe man viele kleine Verbesserungen vorgenommen, was in Kombination mit vorausschauender Wartung ein Höchstmaß an Laufzeit erlaube. Dies sei notwendig, weil die wirtschaftliche Situation der Branche insgesamt nicht rosig sei. Viele Unternehmen stünden mit dem Rücken zur Wand.

Auch für Regelenergie geeignet

Das sei schade, weil Biomasse in Zeiten der Energiewende eine wichtige Rolle spielen könne. Anders als Wind- oder Sonnenenergie sei Biomasse nämlich grundlastfähig und auch als Lieferant von Regelenergie geeignet. Fiedler: "Wir können Strom immer dann produzieren, wenn er vonnöten ist, und nicht nur, wenn zufällig der Wind weht oder die Sonne scheint."

Aus diesem Grund sei es wichtig, die Anlagenbetreiber nach Auslaufen der 13-jährigen Unterstützung über garantierte Einspeisetarife nicht auf sich allein gestellt zu lassen. "Ganz ohne Förderung wird es auch nach dieser Zeit nicht gehen", sagte Fiedler. Die Rohstoffkosten seien in den letzten Jahren um bis zu 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Ein Rohstoffzuschlag könnte helfen. (Günther Strobl, DER STANDARD, 7.11.2013)

  • Biomassekraftwerk ist nicht gleich Biomassekraftwerk.
    foto: bioma energie ag

    Biomassekraftwerk ist nicht gleich Biomassekraftwerk.

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