Spätgotische Einflugschneise in der Grazer Burg

6. November 2013, 10:33
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Historiker und Archäologen freuen sich über eine Nische mit gut erhaltenen Wandmalereien

Graz - Eine rund 70 Zentimeter tiefe, trichterförmige Nische im alten Burgtrakt der Grazer Burg sorgt für Freude bei Archäologen und Historikern. Bei Sanierungsarbeiten wurden in ihr nämlich bemerkenswert gut erhaltene spätgotische Wandmalereien, die Vögel und Pflanzen zeigen, entdeckt.

Der Grund für den guten Zustand und das Geheimnis um die Existenz der bunten Malereien ist simpel: Die Nische war lange Zeit zugemauert. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Raum, der eine fensterartige Öffnung hat, während der Regentschaft von Kaiser Friedrich III. (1438 bis 1493) oder Kaiser Maximilian I. (1459 bis 1519), also in einer Zeit, da Graz Residenzstadt von Innerösterreich war, um eine Voliere oder ein Ein- und Ausflugsloch für Vögel handelte.

Verglasung angebracht

Da Ornithologen im dargestellten Federvieh Zierfasane erkannt haben, könnte es auch sein, dass man hier, wie oft an Höfen üblich, solche hielt.

Wenig überraschend: Die Nische wird man nicht wieder zumauern. Um sie weiterhin vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde eine Verglasung angebracht. Eine Informationstafel für Besucher, die die Kammer, die lange im Dornröschenschlaf lag, aufsuchen wollen, kommt auch noch. (cms, DER STANDARD, 6.11.2013)

  • Zierfasane und Kaiser residierten einst in Graz.
    foto: leiß

    Zierfasane und Kaiser residierten einst in Graz.

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