Personalberater vermittelt "neue" Aufsichtsräte

5. November 2013, 08:22
2 Postings

Taub, blind, stumm - das geht nicht mehr in Aufsichtsgremien, was Personalberater zu einem neuen Geschäftsfeld bringt: die Vermittlung "neuer" Aufsichtsräte

Skandale, neue Finanzmarktgesetze, Haftungsverschärfungen, Compliance- und Governanceregelungen plus (freiwillige) Quoten üben Druck auf die Professionalisierung der Aufsichtsgremien aus. Personalberater nutzen dies zur Erweiterung ihres Portfolios nach der Devise "die Zeit der Frühstücksdirektoren ist vorbei". Sie bieten Vermittlung wie jüngst Pendl & Piswanger die Board Search, die von Josef Fritz als geschäftsführendem Gesellschafter geleitet wird.

Er versteht das neue Unternehmen in der Beratergruppe als "Aufsichtsratsagentur" zur Vermittlung von "Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräten einer neuen Generation".

Waren von solchen "board services" bis dato eher Beratungsleistungen oder Leadership-Entwicklung gefragt und haben die meisten Berater ihre erst kürzlich erstellten und mit Frauen besetzten Pools für die "Boards" eher für Zeiten angelegt, in denen Diversität mehr Bedeutung haben wird, so ist Fritz überzeugt, dass die Zeit tatsächlich reif für (auch quantitativ) relevante Personalbesetzungsdienste ist. Er beruft sich dabei auf rechtliche Rahmen und auf wirtschaftliche Notwendigkeiten, wie er auch in Publikationen (siehe obenstehende Grafik aus der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat") ausführt. Dass auch Aus- und Weiterbildung für Aufseher (etwa an der WU Wien) gut gebucht sind und die Branchenplattform Inara sich schnell etabliert hat, mag ihn bestätigen. (kbau, DER STANDARD, 2./3.11.2013)

  • Josef Fritz, geschäftsführender Gesellschafter.
    foto: pendl & piswanger

    Josef Fritz, geschäftsführender Gesellschafter.

  • Artikelbild
    grafik: standard
Share if you care.