Frühzeitige Geschlechtsreife bei Übergewicht

4. November 2013, 16:38
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Forscher beobachten Zusammenhang zwischen hohem BMI und frühem Brustwachstum bei Mädchen

Washington - Übergewicht bei Kindern könnte einer Studie zufolge ein Grund für frühzeitige Geschlechtsreife sein. Wissenschaftler aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio stellten in einem am Montag in der Zeitschrift "Pediatrics" erschienen Artikel einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und einem frühen Beginn des Brustwachstums bei Mädchen her.

Ein erhöhter BMI habe "das stärkste Anzeichen" für ein frühes Brustwachstum geliefert, heißt es in der Studie, die unter Leitung von Frank Biro, Pädiater am Kinderkrankenhaus in Cincinnati, stand. Die "epidemieartige Fettsucht" scheine eine der Hauptursachen dafür zu sein, dass die Brustdrüsenentwicklung bei Mädchen immer früher einsetze. Das Eintrittsalter in die Pubertät müsse möglicherweise neu definiert werden, schreibt Biro. Bereits seit Jahren weisen internationale Studien darauf hin, dass die Pubertät immer früher einsetzt.

Frühe Geschlechtsreife

Für die US-Untersuchung wurden insgesamt 1.239 Mädchen aus New York, der Region um die Bucht von San Francisco und um Cincinnati im Rahmen einer Brustkrebsstudie beobachtet. Bei Untersuchungsbeginn im Jahr 2004 waren die Probandinnen zwischen sechs und acht Jahre alt. Über mehrere Jahre hinweg wurden sie regelmäßig kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass das Brustwachstum bei weißen Mädchen heute im Durchschnitt mit 9,7 Jahren einsetzt - vier Monate früher als in einer Studie aus dem Jahr 1997 beschrieben. Afroamerikanischen Mädchen hatten noch früher ein beginnendes Brustwachstum.

Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass eine frühzeitige Geschlechtsreife bei Mädchen "bedeutende psychosoziale und biologische" Auswirkungen haben könne. Außerdem erhöhe sie das Risiko, an bestimmten Krebsarten wie Eierstockkrebs zu erkranken, Bluthochdruck zu entwickeln oder wiederum übergewichtig zu werden. In einem begleitenden Artikel wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass die Ursachen für eine frühzeitige Geschlechtsreife vielfältig und bei weitem noch nicht ganz erforscht seien. Zahlreiche in vergangenen Zeiten noch unbekannte Umweltfaktoren spielten auch eine Rolle. (APA/red, derStandard.at, 4.11.2013)

  • Eine frühzeitige Geschlechtsreife erhöht das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken

    Eine frühzeitige Geschlechtsreife erhöht das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken

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