Zeitmesser mit Schliff

Ansichtssache28. November 2013, 17:50
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Rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft übertrumpfen sich die Luxusuhren-Hersteller mit neuen, glitzernden Damenmodellen – eine Auswahl als Ansichtssache

Die Schmuckuhren der Genfer Manufaktur Roger Dubuis sollen die Handwerkskunst von Goldschmieden und Juwelenfassern in die Haute Horlogerie übersetzen. Dementsprechend werden die Edelsteine inszeniert. Ausdruck der "glanzvollen Verbindung" ist die Kollektion "Velvet". Deren Kennzeichen ist ein rundes Gehäuse mit einer markanten, edelsteinbesetzten Lünette. Unterbrochen wird die runde Form bei 12 und bei 6 Uhr. Hier setzt ein edelsteingerahmter Durchbruch einen Akzent, indem er sowohl in das Zifferblatt als auch in das Armband hineinragt. In der Gestaltung des Zifferblatts wird diese Form aufgenommen - in einem schlichten, dreidimensional abgesetzten Mittelteil, umgeben von übergroß gezeichneten römischen Ziffern.

Wie alle Zeitmesser der Manufaktur, sind diese mit eigenen Uhrwerken ausgestattet. Bei "Velvet" ist es das Automatikkaliber RD821. Alle Uhrwerke tragen als Qualitätszertifikat das Poiçon de Genève, das Genfer Siegel, das gewisse Konstruktionsmerkmale und die Finissage vorgibt. Das hier gezeigte Modell (Durchmesser 36 Millimeter) mit schwarzem Titangehäuse, dunklem Zifferblatt, violetten Amethysten auf der Lünette und schwarzen Spinellen (ein Mineral aus der Klasse der Oxide) auf den Bandanstößen kostet: 34.100 Euro.

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Auf dem Genfer Uhrensalon Anfang 2013 stellte die altehrwürdige Uhrenmanufaktur Vacheron Constantin ausschließlich neue Damenuhren vor. Damals wurde das "Kleine Modell" der "Patrimony Contemporaine" in Roségold vorgestellt, jetzt gibt es sie auch in Weißgold. 68 Diamanten sitzen auf der Lünette des schlichten 36-Millimeter-Gehäuses. Als weiteres Stilelement fällt der mit Diamanten besetzte Minutenkreis auf. Die schmalen applizierten Goldindizes sowie die Enden der schlanken Stunden- und Minutenzeiger sind ebenso wie der Zifferblattrand leicht gewölbt.

Aus der Mitte heraus zieht der zentrale Sekundenzeiger seine Kreise, bei 6 Uhr vervollständigt eine Datumsanzeige das Erscheinungsbild. Ein Saphirglasboden gewährt Einblick in das mechanische Automatikkaliber 2450, welches vollständig im Hause Vacheron Constantin entwickelt und gefertigt wurde. Die "Patrimony Contemporaine Kleines Modell" in Weißgold entspricht den Kriterien für die Vergabe der Genfer Punze (siehe auch Roger Dubuis in dieser Ansichtssache) und kostet 48.800 Franken (rund 39.700 Euro).

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Die stattliche "Pilot Montre d'Aéronef Type 20 40 mm Lady" von Zenith bekennt sich zu ihren historischen Bezügen: So schmückt ihr großzügiges 40 Millimeter-Gehäuse die emblematische kannelierte Krone alter Fliegeruhren, auf den Boden wurde das Zenith-Logo früherer Bordinstrumente graviert. Auf allen Ausgaben der Kollektion prangen die typischen großen arabischen Block-Ziffern aus Superluminova-Leuchtmasse, die optimale Ablesbarkeit selbst "unter extremsten Bedingungen" garantieren soll.

Die "Pilot Montre d'Aéronef Type 20 40 mm Lady" ist in vollständig ausgefassten Weiß- oder Roségold-Versionen erhältlich, deren Zifferblatt, Lünette und Bandansätze mit 491 Diamanten von insgesamt rund 3 Karat besetzt sind. Oder, etwas zurückhaltender, aus Edelstahl oder Roségold mit einem schlichten Minutenring auf dem silberfarbenen Zifferblatt und einer diskreten Reihe Diamanten auf der Lünette. Das bis 100 Meter Tiefe wasserdichte Gehäuse enthält das Automatikwerk Elite 681 mit kleiner Sekunde bei 9 Uhr.

Die gezeigte Version in 18 Karat Roségold ist vollständig mit Diamanten besetzt und kostet 33.300 Euro.

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Die "DS Prime Lady" von Certina hat mit ihrem schwarzen Zifferblatt, auf dem drei feine Top-Wesselton-Steine bei 12 Uhr positioniert sind, und einem fünfreihigen Edelstahlarmband einen sportlichen Touch. Die Lünette des Edelstahlgehäuses mit 39 Millimetern Durchmesser fasst ein übersichtliches Zifferblatt hinter einem entspiegelten Saphirglas ein. Dezente Kreislinien außen am Zifferblatt umgeben einen satinierten Mittelbereich mit Sonnenschliff, in dem ein 30-Minuten- und 1/10-Sekunde-Chronographenzähler sowie die kleine Sekunde positioniert sind.

Wie schon das Monogramm "DS" auf der geschützten Krone andeutet, ist der Zeitmesser mit dem sogenannten DS-Konzept (Doppelte Sicherheit) ausgestattet und bis zu einem Druck von 10 bar wasserdicht. Der Stunden- und der Minutenzeiger verfügen über eine Superluminovabeschichtung, die für optimale Ablesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen sorgen soll. In ihr tickt das automatische ETA-Werk G10.211. Sie kostet 490 Euro.

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Corum ergänzt seine "Golden Bridge"-Kollektion um eine Damenuhnr namens "Miss Golden Bridge", der mit einer Farbpalette aus rosa Saphiren in sieben Farbabstufungen glänzt. Sie funkeln quasi überall: auf der Lünette, auf dem Zifferblatt, bedecken das komplette Uhrgehäuse ... Die Uhr ist unter anderem mit einem weißen Krokodillederband (Foto) erhältlich, dessen Faltschließe aus 18 Karat Weißgold mit 20 Diamanten (ca. 0,23 Karat) besetzt ist.

Untergebracht ist das für die "Golden Bridge"-Kollektion typische Stabwerk (Kaliber CO 113) in ein zierliches Tonneau-Gehäuse (23,3 mal 44,26 Millimeter). Die Aufzugskrone schließt sich am unteren Gehäuseende bei der "6" in gerader Linie an die Platine an. Das automatische Aufzugssystem mit einem hin und her gleitenden Schwunggewicht verfügt über einen Gleitzaum, der ein Überspannen der Aufzugsfeder verhindert. Eine speziell entwickelte Kupplung im Räderwerk zwischen Brücke und Platine trennt Aufzug und Zeigerstellmechanismus. Vier Saphirgläser – vor dem Zifferblatt, im Boden sowie in den Gehäuseflanken – gestatten dem Betrachter eine ungestörte Rundumsicht auf das Zusammenspiel der Räder und Triebe im Rhythmus der 28.800 Halbschwingungen (4 Hertz) mit einer Gangreserve von 40 Stunden. Preis: 211.000 Euro

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Zwei eigens für Frauen geschaffene Kollektionen hat Union Glashütte schon auf den Markt gebracht. Nun folgt ein "femininer" Chronograf aus der der Linie "Seris", der Sportlichkeit und Eleganz zu verbinden sucht. Die Lünette des Zeitmessers schmücken daher zum einen 64 Diamanten auf der Lünette, zum anderen wird die Funktionalität mit den silberfarben abgesetzten Chronografenzählern betont. Im Inneren der Uhr, deren Gehäuse 38 Millimeter im Durchmesser hat, schlägt das in Glashütte gefertigte und veredelte ETA Chronografenwerk U7753 mit einer Gangreserve von 46 Stunden. Der Saphirglasboden gibt den Blick darauf frei. Der Chronograf ist in der abgebildeten Ausführung für 4.980 Euro zu haben.

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In der "Ballon Bleu de Cartier" von Cartier tickt das mechanische Uhrwerk mit Automatikauzug Cartier 076. Das Gehäuse (Durchmesser 33 Millimeter) ist aus rhodiniertem 18 Karat Weißgold und mit Brillanten besetzt. Die kannelierte Krone ist ebenfalls aus Weißgold und mit einem blauen Saphir-Cabochon besetzt. Unter Saphirglas zeigen sich das versilberte Opalin-Zifferblatt (guillochiert und lackiert), römische Zahlen und schwertförmige Zeiger aus gebläutem Stahl. Das Armband dieser Version ist auch aus 18 Karat Weißgold. Die Uhr ist bis 3 bar wasserdicht. Sie kostet 35.400 Euro und soll sowohl für Damen- als auch für Herren-Handgelenke geeignet sein.

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Breguet präsentiert zwei eindrucksvolle "Damen-Tourbillons" aus 18 Karat Weißgold, deren Gold-Zifferblätter teilweise aus durchscheinendem roten (Foto) oder blauen Email gefertigt sind. Als zusätzlicher Blickfang fungiert der Tourbillon-Käfig mit der kleinen Sekunde auf der Tourbillon-Achse bei 6 Uhr. Die Anzeige der Stunden und Minuten ist dezentral bei 12 Uhr angeordnet. Für den zusätzlichen Luxus-Faktor sorgen 74 Diamanten auf der Lünette und den Bandanstößen sowie 25 Diamanten auf der Dornschließe. Das Gehäuse mit dem Durchmesser von 35mm ist fein kanneliert.

Für das exakte "Tick-Tack" sorgt das Handaufzugswerk Kaliber 558.1. Es ist mit einer selbst kompensierenden Breguet-Spirale ausgestattet und kann durch den Saphirglasboden betrachtet werden. Die Gangreserve beträgt rund 50 Stunden. Preis: 99.900 Euro

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Als charmanter Blickfang fungieren bei der "De Ville Prestige Butterfly" von Omega ein, aus Diamanten bestehender Schmetterling zwischen 7 und 8 Uhr sowie vier weitere Schmetterlinge aus hellblau schimmerndem Perlmutt. Zusätzlich schmücken neun Diamanten in Fassungen aus 18 Karat Weißgold das Zifferblatt; ein dezentes Datumsfenster befindet sich bei 6 Uhr. Die Lünette besteht aus 18 Karat Weißgold und ist mit 56 Diamanten besetzt.

Das Gehäuse mit einem Durchmesser von 36,8 mm beherbergt das automatische Co-Axial Kaliber 2500. Die "De Ville Prestige Butterfly" ist bis 3 bar wasserdicht. Sie kostet 18.580 Euro.

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Hightech-Keramik ist das Markenzeichen von Rado. Es kommt auch bei dieser weißen "HyperChrome" zum Einsatz. Und zwar ist sowohl das Gehäuse (Durchmesser 36 Millimeter) als auch das Armband aus diesem Material gefertigt. Sie kommt funkelnd mit insgesamt181 Diamanten auf Lünette und Seiteneinsätzen daher. Das Datumsfenster befindet sich bei 3 Uhr, Stunde, Sekunde und Minute kommen aus dem Zentrum. Durch den Saphirglasboden kann das Automatikwerk ETA 2681 betrachtet werden. Die Krone ist verschraubt, die Uhr bis 5 bar wasserdicht. Zu erwerben für 9.000 Euro.

(Markus Böhm, derStandard.at, 28.11.2013)

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