Arzak in London: Wenn der Chef sich am Schopf packt

5. November 2013, 17:12
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Nach den Watschen gleich nach der Eröffnung kassiert das Ametsa nun im neuen Guide Michelin einen Stern

Als die baskischen Kochheiligtümer Elena und Juan Mari Arzak vergangenes Jahr ein Restaurant in London eröffneten, war die Vorfreude der britischen Kollegen auf massivem Backfisch-Niveau - Arzak gilt schließlich als Denkmal der modernen Hochküche. Noch massiver fielen dann aber die Watschen aus, die Arzak von der Kritik kassierte - "lächerlich" war da noch freundlich.

Wenn die Erwartungen, wie in diesem Fall, ins Himmelhohe steigen und man sich eine der kulinarisch aufregendsten Städte überhaupt für das erste Spin-off aussucht, dann fällt man im Zweifel auch besonders tief. Nur - es wäre nicht Arzak, wenn er derlei auf sich sitzen ließe. Mittlerweile lässt sich im Ametsa nämlich durchaus gut, sehr kosmopolitisch und im besten Sinne unterhaltsam essen.

Gelungenes Spiel mit Molekular-Elementen

Eine grandios gebratene Taube mit straffem, zartem Fleisch wird etwa mit "Schrotkugeln" serviert, die sich als bleigraue, knusprige Minisphären entpuppen, aus denen sich beim Reinbeißen ein Shot exquisiten Sherryessigs ergießt - perfekt um die lebrige Dichte der Taube zu konterkarieren und ein gelungenes Spiel mit Molekular-Elementen dazu. Das dürfte auch den Testern des Guide Michelin aufgefallen sein, die Ametsa im neuen GB-Guide mit einem Stern auszeichnen. (Severin Corti, DER STANDARD, 2.11.2013)

Ametsa Arzak, The Halkin Hotel, Halkin Street, London SW1,

Tel.: +44/(0)20/73 33 12 34

  • Mittlerweile lässt sich im Ametsa durchaus gut, sehr kosmopolitisch und im besten Sinne unterhaltsam essen.
    foto: como hotels & resorts

    Mittlerweile lässt sich im Ametsa durchaus gut, sehr kosmopolitisch und im besten Sinne unterhaltsam essen.

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