Ein Bub auf der Flucht

Rezension4. November 2013, 09:32
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Ein Buch über Krieg, Flucht und Vertreibung. Warum jeder Mensch ein Recht auf Schutz hat

Akim ist ein ganz normaler Bub. Er wohnt in einem Dorf und spielt mit anderen Kindern. Bis der Krieg kommt: "Akim flüchtet sich in die Überreste eines Hauses voller Menschen, die er nicht kennt. Er sucht ein vertrautes Gesicht: seine Mutter, seine Schwester, seine Freunde. Vergeblich." Akim rennt von Claude K. Dubois ist ein Buch über den Krieg, aber vor allem über Vertreibung und Flucht. Berührend wird das Schicksal des jungen Flüchtlings erzählt. Das Buch, gedacht für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr, setzt vor allem auf die Kraft der skizzenhaft hingeworfenen Zeichnungen. Ein kurzer Text erklärt, was später auf ein paar Seiten jeweils die Illustrationen verdeutlichen. Beklemmend und mitreißend ist die Bildersprache. Die Leserschaft begleitet Akim auf seiner Odyssee. Der Bub rennt und rennt und schafft es dann schlussendlich - auch dank der Hilfe vieler Erwachsener - in ein Flüchtlingslager: "Aber er denkt unaufhörlich an seine Familie und an alles, was er gesehen hat. Mit den anderen Kindern zu spielen gelingt ihm nicht." Dubois gelingt es, kindgerecht zu erklären, was Flucht bedeutet, was Krieg auslöst. Besser kann fast nicht erklärt werden, warum jeder Mensch ein Recht auf Schutz hat. Claude Dubois hat das Buch übrigens ihrer Mutter gewidmet, die während des Zweiten Weltkriegs auch so ein Kinderflüchtling war. (Peter Mayr, DER STANDARD, 2./3. 11. 2013)

 

Claude K. Dubois

Akim rennt

96 Seiten, € 13,40

Moritz-Verlag 2013

  • Ein Bub rennt und rennt und schafft es schlussendlich in ein Flüchtlingslager.
    foto: moritz verlag

    Ein Bub rennt und rennt und schafft es schlussendlich in ein Flüchtlingslager.

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