Medienmagazin lieber ohne Medien

1. November 2013, 17:37
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Der ORF-Publikumsrat schließt die Öffentlichkeit aus, wenn er ein neues Radioformat über Medien diskutiert. Ein Betriebsrat drängt auf rasche Sanierung des ORF-Zentrums. Das Management kommt 2014 auch ohne Gebührenabgeltung aus

Wien - Die Publikumsräte des ORF - laut Gesetz tagen sie öffentlich - bleiben diesmal lieber unter sich: Vorsitzender Hans Preinfalk (SP) lädt zu einem "Studientag" über "Medieninformation im ORF" - ohne Medieninformation.

Direktor Karl Amon stellt das Konzept eines Radiomedienmagazins vor. Ratschläge für derlei Format liefert des ORF liebster Medienwissenschafter Fritz Hausjell. Preinfalk wollte Freitag nicht mit dem STANDARD telefonieren.

Mittwoch beredet der Publikumsrat die Programmschemata für 2014. Beschließen muss sie der Stiftungsrat. Der tagt wieder am 14. November. Zum TV-Schema schickte Direktorin Kathrin Zechner den Stiftungsräten wie berichtet ihre Warnung, dass die Einsparungen für 2014 Marktanteile kosten. Ohne Dokusoaps am Mittwoch könnte etwa ein Prozentpunkt fehlen. 2014 fehlen 30 Millionen Abgeltung des Bundes für Gebührenbefreiungen; Fußball-WM und Winterspiele kosten ähnlich viel extra.

ORF-Chef Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl schrieben den Räten rosiger: Das Budget 2014 "wird uns gelingen" - zuletzt war Amons Radiobudget offen. 2013 planen sie mit 2,7 Millionen Euro Gewinn, budgetiert war eine. 2014 helfen Verkaufserlöse des Wiener Rosenhügels und eines Grazer Grundstücks. Und wohl ein neuer Kollektivvertrag für den ORF - die Gespräche beginnen kommende Woche.

Rasche Rücksiedelung

Ordentlich Geld - kolportiert: deutlich zweistellige Millionenbeträge - wird auch der Innenausbau des sanierungsbedürftigen ORF-Zentrums kosten. Der bürgerliche Betriebs- und Stiftungsrat Robert Ziegler drängt auf rasche Rückkehr in den Hauptbau: "Hunderte Kolleginnen und Kollegen" arbeiteten "seit mehr als einem Jahr in Containern und Ausweichquartieren". Dem Betriebsrat ist "sehr wichtig, dass es keinen Stillstand und keine Verzögerungen bei der Sanierung gibt". Er sei aber "zuversichtlich", dass der Stiftungsrat die nächsten Schritte zu "modernen Arbeitsbedingungen" rasch beschließe. Solche Bedingungen wünscht er sich - wie der ganze ORF - auch vom Gesetzgeber: Beschränkungen für ORF-Journalismus in Web und Social Media müssten fallen. (red)

Der ORF-Publikumsrat schließt die Öffentlichkeit aus, wenn er ein neues Radioformat über Medien diskutiert. Ein Betriebsrat drängt auf rasche Sanierung des ORF-Zentrums. Das Management kommt 2014 auch ohne Gebührenabgeltung aus. Szenen vom Küniglberg. Medienmagazin lieber ohne Medien "Keine Verzögerungen bei der Sanierung" des ORF-Zentrums wünscht sich Robert Ziegler. (red, DER STANDARD, 2.11.2013)

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    Baustelle Küniglberg: Hunderte ORFler machen seit mehr als einem Jahr Fernsehen aus dem Container.

  • "Keine Ver­zögerungen bei der Sanierung" des ORF-Zentrums wünscht sich Robert Ziegler.
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    "Keine Ver­zögerungen bei der Sanierung" des ORF-Zentrums wünscht sich Robert Ziegler.

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