Forschungsfragen mit Hilfe der Menge lösen

2. November 2013, 14:32
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Das erfolgreiche Online-Spiel Phylo soll künftig der weltweiten Wissenschaftscommunity zugutekommen

Wien - Mit Hilfe von Phylo, einem Online-Puzzle-Spiel auf den Servern der McGill University in Montreal (Kanada), haben rund 300.000 Spieler und Spielerinnen in den vergangenen drei Jahren der Genom-Forschung geholfen. Nun hat das Entwicklungsteam rund um Jérôme Waldispühl beschlossen, diesen Freiwilligen-Pool der Forschung auf der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen und so die Forschungs- mit der Spielwelt zusammenzuführen; beziehungsweise damit auch ein bisschen Barrieren zwischen Forscher und Forscherinnen und der Bevölkerung generell abzubauen. Sozusagen unter dem Motto: Spielen verbindet.

"Crowdsourcing" ist das Stichwort: Die eingereichten Forschungsprobleme werden zum Puzzle und so von Freiwilligen gelöst. In Phylo geht es darum, Farbblöcke horizontal zu verschieben, um mit Übereinstimmungen in den Farben bzw. DNA-Sequenzen Bonuspunkte zu sammeln und gleichzeitig Lücken möglichst zu vermeiden. Das Spiel kann vielleicht als Mischung zwischen Tetris und dem Zauberwürfel beschrieben werden. Durch das Spielen helfen Spieler und Spielerinnen dabei, genetische Anomalien zu erkennen, die Schlüssel zu einer Reihe von Krankheiten wie Diabetes, Brustkrebs und dem Retinoblastom sein könnten.

Seit Start des Online-Spiels haben die Spieler und Spielerinnen Lösungen für mehr als 4.000 DNA-Puzzles vorgeschlagen. Nun soll dies auch anderen Forschungsbereichen zugute kommen. Eine erste Anfrage aus dem Bereich der bioinformatischen Virusgenom-Analyse der University of Victoria liegt Waldispühl zufolge bereits vor. Das Spiel Phylo gibt es derzeit in zehn Sprachen, darunter auch auf Deutsch. (dy, derStandard.at, 2.11.2013)

  • In Phylo werden Farbblöcke verschoben, die realem genetischen Material entsprechen (in Form von DNA-Sequenzen).
    foto: mcgill university

    In Phylo werden Farbblöcke verschoben, die realem genetischen Material entsprechen (in Form von DNA-Sequenzen).

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