Kunstakademie und Shoah-Mahnmal in der Wiener City beschmiert

31. Oktober 2013, 17:27
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44-jähriger Verdächtiger angezeigt - Mann fiel erst vor knapp einer Woche durch Hitlergruß am Ballhausplatz auf

Wien - Ein 44-Jähriger dürfte am frühen Donnerstagnachmittag die beiden Statuen links und rechts vom Eingang der Akademie der bildenden Künste und kurze Zeit später das Portal des Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah am Judenplatz in der Wiener Innenstadt beschmiert haben. Er wurde nach den Taten angehalten und auf freiem Fuß angezeigt.

Der Mann war zunächst laut Zeugen um 13.21 Uhr zugange und beschmierte die Statuen vor der Akademie am Schillerplatz, in der derzeit die Flüchtlinge aus dem Servitenkloster ein neues Quartier aufgeschlagen haben. Dann muss er sich im Laufschritt zum Judenplatz begeben haben, denn nur neun Minuten danach wurde dort, ebenfalls laut Zeugen, das Portal des Mahnmals beschmiert.

Sofort geständig

Einige Zeit später hielten Polizisten den 44-Jährigen, wieder am Schillerplatz, an. Er wurde anhand der Personenbeschreibung wiedererkannt. Der 44-Jährige zeigte sich zu beiden Sachbeschädigungen sofort geständig und gab an, dass er sich künstlerisch betätigen wollte.

Der 44-Jährige war erst am vergangenen Freitag am Ballhausplatz aufgefallen: Am Vorabend des Nationalfeiertags hatte er gegen 20.30 Uhr vor der Hofburg den rechten Arm zum Hitlergruß erhoben. Ein Polizist forderte ihn auf, das zu unterlassen, jedoch ohne Erfolg. Der 44-Jährige ging zwar einige Meter weiter, warf dann aber eine Flasche gegen die Eingangstür der Hofburg.

Die Tür wurde leicht beschädigt. Der Mann ging unterdessen verbal auf den Polizisten los und beschimpfte ihn mit homophoben Ausdrücken. Auch weitere rechtsextreme Äußerungen kamen. Die Polizei nahm den 44-Jährigen fest und zeigte ihn wegen Wiederbetätigung und Sachbeschädigung an. Laut Polizei handelt es sich bei ihm nicht um ein in der Öffentlichkeit bekanntes Mitglied der rechtsextremen Szene.

Auch von früheren Amtshandlungen soll er der Exekutive bereits geläufig sein. So soll es vor einigen Monaten eine Amtshandlung gegeben haben, weil der 44-Jährige angeblich mit Paradeisern um sich warf. (APA, 31.10.2013)

  • Das Portal des Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz wurde mit Farbe beschmiert.
    foto: polizei wien

    Das Portal des Mahnmals für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz wurde mit Farbe beschmiert.

  • Eine beschmierte Statue vor der Akademie der Bildenden Künste.
    foto: polizei wien

    Eine beschmierte Statue vor der Akademie der Bildenden Künste.

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