"Den meisten Menschen ist Privatsphäre nicht so wichtig"

21. November 2013, 15:34
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Siri-Mitgründer Adam Cheyer glaubt, dass Nutzer für mehr Komfort wie Gratis-Email auf Privatsphäre verzichten

Technologien wie Google Now und Apples Siri sollen Smartphone-Nutzer bei alltäglichen Aufgaben unterstützen. Siri kann man in natürlicher Sprache Aufgaben diktieren, Google Now analysiert welche Pläne und Termine ein Nutzer für den Tag hat und liefert proaktiv entsprechende Informationen. Mit jeder Eingabe lernen die Programme dazu. Dafür wird eine enorme Informationsmenge an die Konzerne übertragen, was nicht nur die Datenbanken der Konzerne, sondern auch die Datenschutzbedenken wachsen lässt.

Wichtig, womit Unternehmen Geld verdient

Es sei immer wichtig sich vor Augen zu halten, womit ein Unternehmen Geld verdient, wenn es um den Schutz der Privatsphäre gehe, sagt der ehemalige Apple-Mitarbeiter und Siri-Mitgründer Adam Cheyer im Gespräch mit dem WebStandard. "Apple ist eine Hardware-Firma, Google ist eine Werbefirma, Samsung ist eine Komponentenfirma."

Google verdient mit Anzeigen

Googles Geschäftsmodell sei es, möglichst viel über die Nutzer herauszufinden, um diese Daten für ihr Werbegeschäft nutzen zu können, so Cheyer. Dafür könne der Konzern seine Dienste wie Browser, E-Mail oder YouTube kostenlos anbieten. Apple hingegen wolle als Hardware-Konzern vor allem möglichst viele iPhones und Computer verkaufen. Daten, wie sie Google sammelt, seien dafür nicht nötig. Für Apple zählen jedoch andere Informationen. Damit etwa Siri gut funktioniert, muss der Konzern die Audiodateien der Nutzer speichern.

Privatsphäre vielen nicht so wichtig

Bei allen Online-Diensten und Services müsse immer ein Kompromiss zwischen Datenschutz, Preis und Komfort eingegangen werden, meint Cheyer. Zwar gebe es Wege, die Privatsphäre viel stärker zu schützen. So könnten Nutzer ihre eigenen Mail-Server aufsetzen, anstatt Gmail zu verwenden. Aber das sei komplizierter und weniger komfortabler. Es stelle sich die Frage, wieviel Privatsphäre die Nutzer für mehr Komfort aufzugeben bereit sind. Cheyer: "Ich glaube, viele Menschen ist die Privatsphäre nicht so wichtig, weil sie es gerne bequemer haben." (Birgit Riegler, derStandard.at, 21.11.2013)

  • Siri-Mitgründer Adam Cheyer glaubt, dass Menschen Komforat von Online-Diensten wichtiger ist, als Privatsphäre.
    foto: pioneers festival

    Siri-Mitgründer Adam Cheyer glaubt, dass Menschen Komforat von Online-Diensten wichtiger ist, als Privatsphäre.

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