Wo sich Migranten begraben lassen

31. Oktober 2013, 11:23
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3,9 Prozent der Verstorbenen sind ausländische Staatsbürger. Ein Großteil lässt sich in der alten Heimat begraben

Viele von ihnen haben den Großteil ihres Lebens in Österreich zugebracht, doch die Ewigkeit wollen sie doch lieber in der alten Heimat verbringen. Die Mehrheit jener ausländischen Staatsbürger, die in Österreich sterben, wird in das jeweilige Herkunftsland überführt und dort beerdigt. Dies hat ein Rundruf der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen bei den Botschaften der fünf größten Communitys in Österreich bestätigt.

3,9 Prozent ausländische Staatsbürger

3.099 Personen (3,9 Prozent) der rund 79.500 in Österreich verstorbenen Personen 2012 waren laut Statistik Austria ausländische Staatsbürger. Die verschiedenen ausländischen Staatsangehörigkeiten der Verstorbenen spiegeln gleichzeitig die fünf größten Communitys in Österreich wider. Insgesamt machen sie zusammen 70 Prozent der Verstorbenen der ausländischen Staatsbürger aus. Mit knapp einem Viertel (25,1 Prozent, 777 Personen) sind deutsche Staatsbürger jene mit den höchsten Verstorbenenzahlen, gefolgt von serbischen (20,4 Prozent, 632 Personen), türkischen (9,6 Prozent, 299 Personen), bosnischen (9,2 Prozent, 284 Personen) und kroatischen (5,7 Prozent, 178 Personen) Staatsbürgern. Der Statistik Austria ist es nicht möglich, Zahlen zu verstorbenen österreichischen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund gesondert zu erheben.

Überführungen

Die Familien jener Migranten, die in der alten Heimat begraben werden wollen, organisieren sogenannte Überführungen. Dieses Service wird sowohl von der Wiener Bestattung als auch von vielen spezialisierten privaten Unternehmen angeboten. Die Überführung von Verstorbenen innerhalb von Österreich ist auf Landesebene geregelt. Für eine Überführung außerhalb Österreichs sind ein internationaler Leichenpass sowie eine internationale Sterbeurkunde erforderlich.

Im vergangenen Jahr wurden 384 Verstorbene aus Österreich nach Serbien überführt, teilte das serbische Konsulat mit. Laut Angaben der Botschaft Bosnien-Herzegowinas wurden im vergangenen Jahr 289 Überführungen genehmigt. 2012 wurden 75 Leichenpässe aufgrund einer Überführung im Konsulat der kroatischen Botschaft bearbeitet. Die türkische Botschaft schätzt, dass 2012 insgesamt etwa 330 Überführungen in die Türkei bewilligt wurden. (red, 31.10.2013, daStandard.at)

  • Seit 2008 gibt es in Wien, Liesing einen islamischen Friedhof.
    foto: standard / christian fischer

    Seit 2008 gibt es in Wien, Liesing einen islamischen Friedhof.

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