"Es gibt keine Geheimnisse mehr"

31. Oktober 2013, 11:20
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NSA-Affäre: US-Außenminister will Sorgen der europäischen Länder mindern. Außerdem nimmt er Russland in die Pflicht

Das US-Außenministerium will die angeschlagenen transatlantischen Beziehungen ehestmöglich reparieren. Neben einer internen und externen Untersuchung der Aufgabengebiete der NSA, die von US-Präsident Obama in Auftrag gegeben wurde, soll US-Außenminister und Chefdiplomat John Kerry eine Rolle dabei spielen.

"Wir werden mit den Regierungen der europäischen Länder zusammenarbeiten und versuchen, Sorgen zu mindern", sagte Jen Psaki, Sprecherin von John Kerry, gegenüber Journalisten in Washington. Die guten Beziehungen dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden, insbesondere aufgrund des Freihandelsabkommens, des Kampfs gegen Terrorismus, der Krise in Syrien und der neuen diplomatischen Entwicklungen mit dem Iran.

"Es gibt keine Geheimnisse mehr"

Kerry selbst wies darauf hin, dass sich durch grenzenlose Möglichkeiten und Verbindungen im Internet auch das Verhältnis von öffentlich und privat ändert: "Es gibt keine Geheimnisse mehr. Wir leben in einer neuen Welt, in der verantwortliches Handeln eingefordert wird."

Zu drohenden Konflikten zwischen Russland und ehemaligen Sowjetstaaten, die sich auf wirtschaftspolitischer Ebene zunehmend am Westen orientieren und damit in Russland für Verstimmung sorgen, sagte John Kerry: "Das soll kein Entweder-oder werden. Wir würden uns wünschen, dass Russland diese Länder dazu ermutigt, in jede Richtung zu kooperieren." Blockdenken sei hier überholt. "Sich für einen Block zu entscheiden wird diese Länder auf lange Sicht gesehen an der Integration in die Weltwirtschaft hindern", sagte Kerry gegenüber Jungjournalisten. (Teresa Eder, derStandard.at, 31.10.2013)

  • John Kerry will Europas Sorgen mindern.
    foto: teresa eder/derstandard.at

    John Kerry will Europas Sorgen mindern.

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