Ein Lebenswerk zum Anfassen

30. Oktober 2013, 17:51
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Arnold-Schönberg-Center widmet dem Komponisten eine multimediale Ausstellung

Wien - In den privaten Notizen des Komponisten schmökern. Sich von originalen Notenblättern aus verschiedenen Schaffensperioden inspirieren lassen. Schönbergs Flucht vor dem Nationalsozialismus in einer Timeline verfolgen: Vielfältig ist das Angebot der Schau im Schönberg-Center. Der musikalische Gedanke bietet auch Nicht-Schönberg-Kennern einen guten Zugang zu Leben und Werk des Komponisten.

Ein langer, gelber Balken mit insgesamt sieben multimedialen Stationen zieht sich durch den gesamten Raum: Von frühen Streichquartetten über Arnold Schönbergs immer freier werdende Kompositionen bis hin zur Entwicklung der Zwölftonmethode reicht das Material. Tablet-PCs ermöglichen, alte und neue Interpretationen von Schönbergs Werken zu vergleichen. Auch Kommentare des Komponisten und seiner Wegbegleiter können per Mausklick abgerufen werden.

Die digitalen Elemente waren vor allem auch dem Sohn des Komponisten, Lawrence Schoenberg, wichtig, der die Anregung zu dieser Ausstellung gab. So zeigt eine multimediale Karte Einsicht in alle Wirkungsstätten Schönbergs; die Topografie führt quer durch Europa bis nach Übersee. Kurze Videosequenzen vermitteln dabei eine authentische Atmosphäre der damaligen Zeit.

"Ich schreibe, was ich in meinem Herzen fühle - und was schließlich auf das Papier findet, hat zunächst jede Faser meines Körpers durchlaufen", verrät er 1937 in einem Interview. Schönberg fühlte sich auch zur Malerei hingezogen. Die düsteren Selbstporträts und bunte abstrakte Gemälde zeigen die Vielfältigkeit seines Schaffens. Es gab indes auch Schönberg, den Erfinder: So konstruierte er etwa das Koalitionsschach für vier Personen.

Nach dem Rundgang durch Schönbergs Leben empfiehlt es sich, im Music Room die Kopfhörer aufzusetzen und den Klängen in Ruhe zu lauschen. So vermag man auch die stilistische Entwicklung Schönbergs ganz unmittelbar nachzuerleben. (Marie-Theres Chaloupek, DER STANDARD, 31./1.11.10.2013)

Dauerausstellung

  • Tablet-PCs, digitale Karten, Originale und Replike: Die Geschichte des vielseitigen Komponisten kann im Schönberg-Center durch Höhr-, Seh- und Tastsinn erlebt werden.
    foto: hannes böck

    Tablet-PCs, digitale Karten, Originale und Replike: Die Geschichte des vielseitigen Komponisten kann im Schönberg-Center durch Höhr-, Seh- und Tastsinn erlebt werden.

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