Flüchtlinge verlassen das Wiener Servitenkloster

Ansichtssache29. Oktober 2013, 22:08
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Wiener WUK als Treffpunkt im Gespräch

Wien - Auszugsstimmung im Wiener Servitenkloster, das seit März 2013 Brennpunkt von Flüchtlingsprotesten war: "Drei Männer sind bereits in Privatquartiere übersiedelt. Mit den anderen haben wir vereinbart, dass sie das Gebäude bis Mittwochabend verlassen", schilderte Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Wiener Caritas, am Dienstag.

Bis Mittwochabend müssen alle 24 bis dato im Kloster verharrenden Flüchtlinge das Gebäude geräumt haben, in dem sie seit ihrer Übersiedlung aus der Votivkirche im März wohnten. Ab November wird das Kloster renoviert. Doch als Gruppe werden sie künftig nicht leben können. Ein Großquartier-Bittbrief der Caritas brachte nur Absagen. Zuletzt vom Innenministerium, das betonte, dass alle Männer, wenn auch einzeln, in Grundversorgung bleiben. Davor von der Islamischen Glaubensgemeinschaft, wo man bedauerte, kein geeignetes Wohnobjekt zu haben.

Per Facebook gefunden

Die Privatunterkünfte, in die die Flüchtlinge jetzt ziehen, wurden großteils per Facebook-Aufruf gefunden. Wie alle Asylwerber, die nicht in organisierten Flüchtlingsunterkünften, sondern privat wohnen, werden sie künftig mit 320 Euro Grundversorgung monatlich pro Person für Miete, Essen und alles andere auskommen müssen. 17 der Männer befinden sich in einem aufrechten Asylverfahren, sieben haben eine rechtskräftige Asylablehnung.

Nicht schlecht dürften indes die Chancen stehen, dass den "Refugees", wie sie sich selbst nennen, auch weiter ein Versammlungsraum zur Verfügung steht. Im Gespräch dafür waren das Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) in Wien-Währing sowie ein Veranstaltungsraum in der Inneren Stadt. Dienstagabend besetzten die Flüchtinge nach einer Diskussionsveranstaltung die Akademie der bildenden Künste. (Irene Brickner, DER STANDARD, 30.10.2013)

foto: standard/christian fischer
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