Eurostat: Mehr Armut und Ausgrenzung in Europa

29. Oktober 2013, 12:05
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Das europäische Statistikamt sieht in einem neu veröffentlichten Bericht einen Anstieg von Armut und sozialer Ausgrenzung in Europa

Brüssel - Was Armut und soziale Ausgrenzung betrifft, geht es in Europa bergab. Zu diesem Ergebnis kommt Eurostat bei der Veröffentlichung der aktuellen Eurostat-Vergleichsdaten zu den EU2020-Zielen. Ansonsten gibt es keine großen Veränderungen bei der Verfolgung der Ziele. Leichte Verbesserungen zeigten sich in den Bereichen Bildung, Energie und Forschung, während die Erwerbstätigenquote bei den EU-27 fast auf dem gleichen Niveau geblieben ist. In Summe bleibt das Erreichen der 2020-Ziele weiterhin schwierig.

Die Europa 2020-Strategie, die im Juni 2010 von den 27 Staats- und Regierungschefs angenommen wurde, zielt darauf ab, eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft mit einem hohen Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt zu schaffen.

Beschäftigungsquote stagniert

Beim Ziel von 75 Prozent Beschäftigung der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren bis 2020 herrscht nahezu Stillstand, denn wurden 2011 noch 68,6 Prozent erreicht, gibt es 2012 mit 68,5 einen minimalen Rückgang. Ähnlich die Lage im zweiten Kernbereich Forschung und Entwicklung. Hier ist das Ziel eine Ausgabenquote von 3,0 Prozent des BIP zu erreichen. Auch hier ist die Bewegung minimal. 2009 gab es einen Anstieg auf 2,01 Prozent, 2010 aber wieder einen Rückgang auf 2,00 Prozent. 2011 ging es wieder leicht bergauf und es wurden 2,03 Prozent erreicht. 2012er-Zahlen gab es keine.

Eindeutig negativ ist die Tendenz bei Armut und sozialer Ausgrenzung, wo die Erreichung einer Reduktion der betroffenen Personen um 20 Millionen bis 2020 weiterhin in weiter Ferne gerückt ist. Die Tendenz geht krisenbedingt in die andere Richtung, denn 2011 war die Zahl auf 119,8 Millionen Menschen gestiegen. 2005 waren es 123,9 Millionen Menschen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht waren, bis 2009 sank diese Zahl noch auf 113,8 Millionen. Bis 2020 müsste es zu einem Absinken auf 103,9 Millionen kommen.

Bildung besser

Weiterhin aufwärtsgeht es hingegen im Bereich Bildung, hier zeigten die 2012er-Zahlen, dass in den EU-27 12,8 Prozent frühzeitige Schulabbrecher verzeichnet wurden, nach 14,1 Prozent 2010 auf 13,5 Prozent 2011, womit das Ziel von weniger als zehn Prozent 2020 realistisch scheint. Beim Anteil von tertiären Bildungsabschlüssen - Studien oder Diplome - ist die Entwicklung ähnlich. 2012 waren 35,8 Prozent erreicht. 2010 gab es einen Anstieg auf 33,5 und 2011 einen auf 34,6 Prozent der Bevölkerung. Das Ziel für 2020 sind mehr als 40 Prozent.

Positive Tendenzen aber noch einigen Aufholbedarf zeigen die Bereiche Klimawandel und Energie. Die drei Hauptfaktoren sind hier eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent auf 80 Prozent bis 2020, ein Anstieg der Erneuerbaren Energien auf 20 Prozent und ein Absinken des Primärenergieverbrauchs auf 1.474 Millionen Tonnen Rohöleinheiten.

Bei den Treibhausgasen gab es ein Absinken von 93,2 Prozent 2005 auf 83,7 Prozent 2009, 2010 gab es dann 83,0, womit man gut im Kurs liegt. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg von 8,5 Prozent 2005 auf 11,6 Prozent 2009 und weiter auf 13,0 Prozent 2011. Zäher geht es beim Primärenergieverbrauch voran. Dieser sank zwar von 1.703 Millionen Tonnen Rohöleinheiten 2005 auf 1.592 Tonnen im Jahr 2009, 2011 betrug der Wert dann 1.583. (APA, 29.10.2013)

  • Es gibt mehr Armut und soziale Ausgrenzung in Europa, sagt die Statistikbehörde Eurostat.
    foto: dpa/pleul

    Es gibt mehr Armut und soziale Ausgrenzung in Europa, sagt die Statistikbehörde Eurostat.

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