"consol.AT": Ältestes Videospiel-Magazin Österreichs eingestellt

29. Oktober 2013, 05:30
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consol.MEDIA-Verlag meldet nach gescheiterten Übernahmegesprächen Insolvenz an

consol.MEDIA, Österreichs ältester und größter Verlag für Videospiele, hat nach der erfolgslosen Suche nach neuen Investoren am 28. Oktober die Insolvenz beantragt. Damit wurde auch die Produktion der Printausgaben von "consol.AT" und "Gamers.at" eingestellt. Die aktuellen Print-Ausgaben können aus gegebenem Anlass nicht mehr produziert werden, wobei eine PDF-Version des letzten "consol.AT" im Gespräch ist.

Dankeschön an die Leser

Die Online-Dienste des Verlages werden bis auf weiteres fortgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Verlags. Allerdings wird Lesern empfohlen, ihre "Blogbeiträge und Ähnliches" zu sichern. Genauere Informationen wurden im Special-Podcast bekanntgegeben. Die Teams der Redaktionen von "consol.AT", "consolPLUS", "c4", "Gamers.at", "GamersPLUS", "Gamers Free2Play" und "Comic-Hive" bedanken sich teils in persönlichen Schreiben bei allen Lesern und Partnern. "Macht's gut, und danke für den Fisch!", sagt Michael Furtenbach, Redaktionsdirektor frei nach Douglas Adams.

"Ja, wir machen wirklich zu. Kaum zu glauben. Gerade sitzt man noch da und freut sich auf die neuen Konsolen, da ist auch alles schon wieder vorbei. Was ist passiert? Ich weiß es nicht genau", schreibt "consol.AT"-Chefredakteur Alexander Amon auf myconsol.at. "Kaum Anzeigen oder Exklusivgeschichten aus der Industrie, kein Wachstum bei den Printverkäufen und ständig sinkende Einnahmen im Online-Bereich. Ohne finanziellen Background stößt man da bald an die eigenen Grenzen. In unserem Fall mit dem traurigen Endpunkt 'Schließung'."

Erstes "Consol" erschien 2000

Das bekannteste Magazin des Verlags, "consol.AT", hielt zuletzt bei einer verkauften Auflage von knapp 30.000 Exemplaren. Die erste Ausgabe wurde im Jahr 2000 verkauft. Insgesamt erschienen rund 40 Gaming-Print-Magazine pro Jahr, sieben Videospiel- und PC-Webseiten, mit denen in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 1,1 Millionen Euro Umsatz und rund 50.000 Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaftet wurden. Der Podcast könnte nach aktuellem Stand weitergeführt werden und zählt mehr als 100.000 Abonnenten. Bis zur Bekanntgabe der Einstellung arbeiteten zehn Festangestellte und zahlreiche freie Mitarbeiter an den Publikationen.

Abschied

"Ich sage wie im Podcast danke. Zuallererst meinen (Ex-)Kollegen bei 'Consol', denen ich viele wunderbare Stunden zu verdanken habe und ohne die ich diese oft sehr schweren Jahre nie durchgestanden hätte. Auch die Community mit all ihrer Wertungs-Kritik, ihren Coverdiskussionen und den vielen tollen Ideen, die wir auch ins Heft haben einfließen lassen, werde ich SEHR vermissen. Zu guter Letzt danke ich all jenen Vertretern der Gaming-Industrie, die diesen kleinen Verlag über die Jahre unterstützt haben (wenn du diese Zeilen liest, bist du eine(r) davon – die anderen würden sich das nicht antun)", so Amon an die Leserschaft. "Guten Morgen und - falls wir uns nicht mehr sehen – guten Nachmittag, guten Abend und gute Nacht!" (zw, derStandard.at, 28.10.2013)

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    foto: consolmedia

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