Schweinsohrfonds und luftig Blut

Ansichtssache29. Oktober 2013, 16:53
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Lassen Sie mich von hinten anfangen. Sonst ist das ja nicht meine Art, mit der Hintertür ins Haus zu fallen. Aber man kann Menschen gar nicht genug loben, die mir zum Dessert statt Schokolade & Co Erdäpfel und Rosmarin und als Petits Fours Kürbis auftischen. Also Richard und Sonja Rauch vom Steirawirt in Trautmannsdorf.

Ein schwerer Schokoschluss wäre auch ein Gewaltakt bei Richart Rauchs ausgeprägter Sorge um die Sättigung selbst jener Gäste, die seinen Neungänger (für 109 Euro, Weinbegleitung: 48 Euro) wählen - oder sich nicht wehren, wenn aus sieben neun werden. Ich - ja, selbst ich Unersättlicher - schnaufte schon beim Käse, obwohl dieser Gang tatsächlich geradezu luftig-leicht daherkam.

Flusskrebs für mich, Schweinsohr für sie

Auch bei den übrigen acht und dem einen oder anderen Gruß aus der Küche kann man Rauch nicht übertriebene Opulenz nachsagen - aber ein bisserl mehr kann's schon da und dort sein. Und bei mir kam noch erschwerend dazu, dass hier ein sehr flüssiger Eidotter, da ein sanft gegarter Saibling, ein paar Flusskrebse mehr zu mir wanderten, weil sie sie nicht so gerne mag und ich all die Köstlichkeiten nicht unverputzt wieder weglassen wollte.

Von ihrem Schweinsohrfonds indes, der dem Zander schmeichelte, ließ sie mir kein Bisschen übrig. Nicht das erste Mal, dass mir eine Frau kein Gehör schenken will.

Warum wieder Rauch? Fünf Jahre nach "Johanns fette Brüste"? Für diesen Montag hatte er in Trautmannsdorf die Präsentation seines Prachtbands "Einfach gut kochen" angesetzt (und nun doch auf Ende November verschoben). Und ich war am Wochenende in Feldbach, um endlich selbst zu versuchen, wie man einen Dachs verspeist (nein, nicht bei den Rauchs) - dazu vielleicht ein andermal mehr.

Dass der Steirawirt neuerdings eine dritte Haube hat, bekam ich wieder einmal erst auf dem Weg mit. War wirklich höchste Zeit, sag ich Laiendarsteller unter den Fressschreibern. Auch wenn ich da und dort wieder ein bisschen meckere. Aber schauen wir uns den Neungänger näher an...

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foto: harald fidler

Blumig präsentiert, aber in der Mitte kommt's dicke: geröstetes Sonnenblumenbrot, eine mollige Creme aus derselben und Linsen. Die recht fette Intensität der Creme kontrastiert die Säure und Frische von...

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