Android: "Das eine System, sie alle zu binden"?

27. Oktober 2013, 10:51
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Googles Betriebssystem findet in immer mehr Geräten Verwendung

Seit Android im Jahre 2008 seine zarten Anfänge genommen hat, ist viel passiert. Das System dominiert den Smartphone-Bereich mit riesigem Marktanteil mittlerweile klar und ist auch bei Tablets aufstrebend. Doch findige Entwickler versuchen mit der in vielen Bereichen offen gestalteten Software verschiedenste Geräteklassen zu erschließen. Das Wall Street Journal hat sich auf der Droidcon in London umgehört.

Breite Basis

Android war nie gedacht, nur Smartphones und Tablets zu bedienen. Das sagt Kevin McDonagh, Chef des Unternehmens Novoda, der die Veranstaltung mitorganisiert hat. Er sieht eine Zukunft, in der Android überall läuft – "das eine System, sie alle zu binden", wie er erklärt. Und der Schlüssel dafür ist Sprachsteuerung, die etwa in Form von Google Now immer weiter ausgebaut wird. Ebenso wie die Tatsache, dass immer mehr Dinge miteinander verbunden sind und kommunizieren.

Das Sammelsurium an Erfindungen auf der Droidcon gibt ihm dabei zumindest implizit Recht. Zu den am häufigsten besuchten Ausstellungsstücken gehört ein Spiegel mit integriertem Display, der mit anderen Geräten vernetzt ist. Er zeigt auf Wunsch aktuelle Nachrichten, das Wetter oder das Gewicht des Nutzers an. Android kommt mittlerweile auch in Uhren, Spielkonsolen, TV-Boxen, Autos, Augmented-Reality-Brillen und sogar Steuersystemen für Pflanzenbewässerung zum Einsatz.

McDonagh erinnert dabei, dass man zwischen Android und Google unterscheiden muss. Android ist ein Open-Source-Betriebssystem auf Basis von Linux. Auf vielen Smartphones kommt davon eine Google-Variante zum Einsatz, bei der in der Regel Googles eigene proprietäre Dienste (zB. Gmail) in Form von Apps mitgeliefert werden.

Open Source als Sicherheitsvorteil

Auf derlei Ballast kann man bei der Entwicklung einer smarten Waschmaschine freilich verzichten – hier zählen Technik und Möglichkeiten. Ein E-Mail-Konto benötigt sie hingegen nicht. Dass künftig immer mehr Geräte auf der gleichen Software-Basis laufen, bringt natürlich ein gewisses Sicherheitsrisiko mit. "Aber einen globalen Pool an Experten zu haben, die das Problem angehen können, ist viel beruhigender als die abgeschotteten Prüfungen von Microsoft oder Apple. Ich bin sicher, dass man dort großartige Experten hat, aber eben keine Welt voll von ihnen", so McDonagh zum WSJ.

Fast unsichtbare Zukunft

Paradoxerweise ist dieser Weg in die Zukunft einer, der für Android beinahe in die Unsichtbarkeit führt, da viele Geräte kein Display haben oder brauchen. "Wenn Android erfolgreich ist", meint McDonagh, "wird es in jeden Bereich unseres täglichen Lebens entschwinden." (red, derStandard.at, 27.10.2013)

  • Android ist enorm erfolgreich auf Smartphones, läuft aber mittlerweile auch auf zahlreichen anderen Geräten.
    foto: droidcon uk

    Android ist enorm erfolgreich auf Smartphones, läuft aber mittlerweile auch auf zahlreichen anderen Geräten.

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