Marker zur Unterscheidung zweier Melanom-Subtypen identifiziert

25. Oktober 2013, 20:08
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Äußerlich sehen sich das desmoplastische und das spindelzellige Melanom zum Verwechseln ähnlich

Ulm - Ein deutsches Forschungsteam konnte einen Erfolg bei der Unterscheidung zweier Hauttumor-Subtypen erzielen. Das Team um Jochen Lennerz von der Universität Ulm und Doktorandin Stephanie Weißinger identifizierte Marker für das desmoplastische und für das spindelzellige Melanom und veröffentlichte die Studie in der Fachzeitschrift "Modern Pathology".

Äußerlich sehen sich das desmoplastische und das gefährlichere spindelzellige Melanom zwar zum Verwechseln ähnlich: Sie sind nicht-pigmentiert und gleichen teilweise einer Narbe. Prognose und Therapie weichen jedoch voneinander ab. Auch erfahrenere Ärzte und Ärztinnen können die zwei Tumor-Arten unter dem Auflichtmikroskop nicht unbedingt unterscheiden und auch der histologische Befund bringt nicht immer Klarheit hinsichtlich der Melanom-Subtypen. 

Molekularbiologische Testverfahren

Die untersuchten Melanom-Subtypen sind unscheinbar und ähneln kleinen Narben oder Einziehungen der Haut. Sie gelten zudem als selten. "Dabei sind spindelzellige Melanome, die am ganzen Körper vorkommen können und rasch streuen, auch bei kleinem Lokalbefund tödlich. Die Prognose bei desmoplastischen Melanomen ist deutlich günstiger", sagte Lennerz. Bei der Untersuchung von 38 Tumorproben mit molekularbiologischen Testverfahren - vor allem auf 50 bereits bekannte Biomarker - konnten die Forscherinnen und Forscher fünf spezifische Marker für spindelzellige Melanome und vier für desmoplastische Melanome identifizieren.

In mehr als 90 Prozent der untersuchten Fälle ermöglichte der Nachweis des Biomarkers Melan A in Kombination mit der sogenannten Trichromfärbung eine sichere Differentialdiagnose. "Wenige Marker reichen zur Unterscheidung aus – und einige waren wirklich sehr offensichtlich", sagte Weißinger. Die Untersuchungsergebnisse wurden von einer Expertengruppe um David Silvers an der Columbia University (New York, USA) bestätigt. (red, derStandard.at, 26.10.2013)

  • Diagnose Hautkrebs: Ein desmoplastisches oder ein spindelzelliges Melanom? Ein Forschungsteam konnte nun eine sichere Differentialdiagnose entwickeln. (im Bild das desmoplastische Melanom in der Trichromfärbung)
    foto: lennerz/weißinger

    Diagnose Hautkrebs: Ein desmoplastisches oder ein spindelzelliges Melanom? Ein Forschungsteam konnte nun eine sichere Differentialdiagnose entwickeln. (im Bild das desmoplastische Melanom in der Trichromfärbung)

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