450 zusätzliche Elektroauto-Zapfsäulen - in Garagen

24. Oktober 2013, 10:23
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Wien Energie präsentiert Rollout - bis Ende 2015 werden 1,5 Millionen Euro investiert

Wien - "Es ist schon eine Vorleistung", sagt Schrack-Geschäftsführungsvorsitzender Wilhelm Großeibl. Denn letztlich sei es ein Henne-Ei-Problem, das es zu überwinden gilt: Gibt es zu wenig Elektroautos, ist die Wirtschaftlichkeit einer öffentlichen Ladestation nicht darstellbar. Gibt es aber zu wenig Stromtankstellen, kauft keiner ein Elektroauto.

Also legt die Wien Energie jetzt einmal gemeinsam mit den Unternehmen Schrack und NTT Data das erste große Ei. Laut Wien-Energie-Geschäftsführer Robert Grüneis sei es der "bisher größte Rollout smarter Ladestellen-Infrastruktur in Europa". Bis Ende 2015 sollen 150 bestehende Stromtankstellen um weitere 300 Ladestellen aufgestockt werden. Zusätzlich wird mit der EVN kooperiert - auch im niederösterreichischen Umland sollen 150 weitere Stromzapfsäulen installiert werden. Rund 1,5 Millionen Euro werden für diese Investition in die Hand genommen.

Frage nach Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum

Und die Auflistung der nächsten Standorte, wo jeweils mehrere Ladestationen realisiert werden, zeigt, wohin die Reise geht: Millennium City-Garage, Rathaus-Garage, Votivpark-Garage, Parkhaus 2 am Wienerberg, die Garage des Hotel Marriott. Kurz: Die Ladestationen werden "überwiegend" in meist kostenpflichtigen Garagen errichtet. Ob und wie viele Lademöglichkeiten es im wirklich öffentlichen Raum geben wird, hänge von den Ergebnissen der Interessenabwägung und des Strategievorgangs ab, der bei der Stadt Wien laufe, so Grüneis.

Bei den Ladepunkten sollen jedenfalls auch "E-Charge Grid"-Stationen errichtet werden - das seien die anspruchsvollsten Stromspender der neuesten Generation, an denen binnen zehn Minuten rund 100 Kilometer Reichweite heruntergeladen werden können, wie Großeibl bei der Präsentation am Mittwoch erläuterte. Ein solches Teil kostet immerhin bis zu 30.000 Euro.

Barrierefreies Stromzapfen

Die Softwarelösung von NTT Data soll das Stromzapfen so "barrierefrei" wie möglich machen. NTT-Data-Österreich-Geschäftsführer Martin Mai erläutert: Der Ladevorgang soll über alle möglichen Zugänge gesteuert werden: sei es SMS, Smartphone oder Internet. Derzeit gebe es bereits eine App für Android - bis Ende dieses Jahres soll auch eine für iOS verfügbar sein. Mai: "Das Laden soll so einfach sein wie das Geldabheben am Bankomaten."

Mit einem Unterschied: Mit einer Bankomatkarte kann man derzeit den Strom an den Ladestationen nicht bezahlen - sondern nur mit einer "Tanke"-Karte der Wien Energie. Dafür gebe es aber auch ein Roamingsystem mit der EVN, so Grüneis. Geplant ist vorerst auch, dass die geplante erweiterte Mobilitätscard der Wiener Linien auch zu einer "Tanke"-Karte wird, erläutert Michael Lichtenegger, Geschäftsführer der E-Mobilitätsgesellschaft der Wiener Stadtwerke. (frei, DER STANDARD, 24.10.2013)

  • Die Ladestationen wird es kaum auf der Straße geben.
    foto: wien energie

    Die Ladestationen wird es kaum auf der Straße geben.

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