Honigbiere kommen wieder in Mode

28. Oktober 2013, 16:57
17 Postings

Honigbiere - bei der Zwettler und der Rieder Brauerei in Bockstärke

Damit das einmal klar ist: Aus Honig kann man kein Bier machen. Das sagt nicht nur das Codexkapitel Bier, nach dem Bier aus Cerealien gebraut werden muss. Es entspricht auch der technischen Unterscheidung: Wein ist ein gegorenes Getränk aus natürlichem Zucker, Bier ein gegorenes Getränk aus verzuckerter Stärke.

Vergärt man ein Getränk mit Honig, dann wird es Wein. Met nennt man das.

Honig als Bierwürze

Glücklicherweise haben sich Brauer - mit Ausnahme jener, die an das Reinheitsgebot gebunden sind - nie sehr um solche Details gekümmert. Schon die ältesten gewerblichen Brauer in Mesopotamien und Ägypten dürften ihrer Bierwürze Honig zugegeben haben, damit die Gärung schneller ankommt. Und mit Honig versetzte Biere gab es im 20. Jahrhundert von so unterschiedlichen Brauereien wie Reininghaus und Schremser, Anheuser-Busch und Fullers.

Das Problem bei allen diesen Bieren: Vom Honig schmeckt man wenig, geschmacklich und technisch bringt er ja vor allem Zucker ein. Und der wird großteils zu Alkohol vergoren. Allerdings hat Honig (abhängig davon, wo er gewonnen wurde) auch eigene Aromen.

Im Zwettler Achat wurde er reichlich eingesetzt, ebenso im Rieder Honigbock: In der Nase und vor allem retronasal merkt man, dass der Honig durchaus prägend für das Bier sein kann. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 25.10.2013)

  • Zwettler Achat
    foto: privatbrauerei zwettl

    Zwettler Achat

Share if you care.