Frau mit Schlaganfall weggeschickt: Kages dementiert Vorwürfe

21. Oktober 2013, 19:17
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Dass man 75-Jährige aus Kostenfragen wegschickte, stimmt nicht, so Krankenhausbetreiber

Graz - In Graz sorgt der Fall einer Schlaganfallpatientin, die vom LKH Graz an einem Freitag weggeschickt worden war und zwei Tage später mit einem akuten Schlaganfall wiederkam, für Aufregung.

Die Wochenzeitung Der Grazer hatte den Fall am Wochenende publik gemacht. Die 75-jährige Grazerin kam am 11. Oktober unter anderem mit Sprachstörungen ins LKH. Sie wurde heimgeschickt mit dem Rat, am Montag zum Hausarzt zu gehen. Am Sonntag ging es ihr wieder schlechter, sie konnte kaum noch stehen oder sprechen. Sie wurde erneut von der Rettung ins LKH gebracht, wo der Schlaganfall bestätigt wurde. Die Frau wurde in die Sigmund-Freud-Klinik überwiesen, wo das Zentrum für Schlaganfälle ist und sie weiterhin in Behandlung ist.

Die Angehörigen wollen sich mit einer Beschwerde an die Patientenombudsfrau wenden. Vom LKH hieß es, es sei "ein Unglück, dass wir am Wochenende nicht in der Lage waren, die Patientin aufzunehmen", so Franz Fazekas, Chef der Neurologie. Eine Computertomografie habe keinen Hinweis auf einen größeren Schlaganfall ergeben, und die - genauere - Magnetresonanztomografie sei "eine Kostenfrage".

Symptome, kein Schlaganfall

Ein Sprecher der steirischen Krankenanstaltengesellschaft Kages bestreitet die Darstellung im Grazer im Gespräch mit dem STANDARD. Tatsächlich habe die Frau am Freitag zwar Symptome wie Sprachstörungen gehabt, allerdings eben noch keinen Schlaganfall. "Die Frau ist eine chronische Patientin, und es kam am Freitag zu einer vorübergehenden Gefäßverengung, die sich schon während der ambulanten Abklärung verbesserte. Man hat ihre Blutverdünnungsmittel angepasst, und sie konnte wieder nach Hause gehen", so Kages-Sprecher Reinhard Marczik. Dass man sie aus Kostenfragen wegschickte, stimme nicht.

Es könne aber "immer passieren, dass in der Hektik der Notaufnahme nicht alles in der Kommunikation zwischen Personal und Angehörigen klappt". (APA, cms, DER STANDARD, 22.10.2013)

  • Der Betreiber des Grazer LKH dementiert die Vorwürfe.
    foto: delasrule/wikimedia (public domain)

    Der Betreiber des Grazer LKH dementiert die Vorwürfe.

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