Lokalaugenschein in Wien-Favoriten: "Ausländermäßig funktioniert's!"

Video21. Oktober 2013, 14:47
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Favoriten gilt als ein "Problembezirk", in dem das Zusammenleben mit Migranten nicht funktioniert. daStandard.at hat sich im Zehnten umgesehen und die Bewohner gefragt, was sie von ihrem Bezirk halten

Die "unsicherste Gegend Österreichs", geprägt von einem "schleichenden Niedergang", misslungene "Ausländerintegration" – so beschreibt Martina Salomon vom "Kurier" in einem Kommentar den zehnten Wiener Gemeindebezirk Favoriten.

Die Negativberichterstattung in den Medien geht auch an den Menschen im Bezirk nicht spurlos vorüber. Bei einer daStandard.at-Straßenumfrage zeigt sich aber: Was für die einen ein Problem darstellt, ist für die anderen eine willkommene Bereicherung. Es mangle lediglich an der zwischenmenschlichen Kommunikation, und deshalb entstünden Vorurteile, erzählt etwa eine Bewohnerin der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost, die mit 5.000 Wohnungen eine der größten Wiens ist.

Mit rund 183.000 Einwohnern ist Favoriten der bevölkerungsreichste Bezirk Wiens – und auch einer der vielfältigsten. Die Bezirksteile Favoriten – der historische Arbeiterbezirk im Norden – und die südlichen Erholungsgebiete rund um den Wienerberg und Laaer Berg könnten unterschiedlicher nicht sein. Politisch war Favoriten seit dem Bestehen rot eingefärbt. Bei der Nationalratswahl 2013 kam die SPÖ hier auf 39,8 Prozent, die FPÖ an zweiter Stelle auf 28,7 Prozent. Seit seinem Bestehen ist Favoriten auch ein Einwandererbezirk. Vor allem in der Gegend rund um den Viktor-Adler-Markt ist das spürbar. Ohne die vielen Geschäfte, die von Migranten betrieben werden, wäre dieser Stadtteil nur halb so lebendig, ist eine Passantin überzeugt.

Um eine nachhaltige Entwicklung des Bezirks mithilfe der Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, nahm die "Lokale Agenda Favoriten" im Oktober 2013 ihre Arbeit auf. Vor allem die Themen nachhaltige Mobilität und öffentlicher Raum, interkultureller Dialog und generationenübergreifendes Zusammenleben sollen im Laufe der vierjährigen Arbeit behandelt werden. (Jelena Gučanin, Siniša Puktalović, 21.10.2013, daStandard.at)

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