Forscher lösen Rätsel um kältesten Ort im bekannten Universum

Ansichtssache28. Oktober 2013, 01:10
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foto: bill saxton; nrao/aui/nsf; nasa/hubble; raghvendra sahai

Rätsel um Form des Bumerangnebel gelöst

Astronomen haben mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) den kältesten bekannten Ort des Universums genauer unter die Lupe genommen und dabei eine alte Frage klären können. Der Bumerangnebel liegt rund 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Mit 1 Kelvin liegt die dort herrschende Temperatur bei etwa minus 272 Grad Celsius; tiefere Temperaturen lassen sich derzeit nur künstlich im Labor erzeugen. Schuld an diesen klirrend kalten Bedingungen ist das Gas in dem Nebel, das mit hoher Geschwindigkeit auseinander strebt und dabei rasch abkühlt. Rätselhaft an dem Nebel war für die Astronomen bisher die tatsächliche Form: Frühere Beobachtungen offenbarten zunächst eine etwas abgewinkelte Struktur, einem Bumerang nicht unähnlich. "Hubble"-Bilder aus dem Jahr 2003 dagegen zeigten eine klassische Sanduhr-Form, wie sie bei zahlreichen planetaren Nebeln zu finden ist.

Eine aktuelle Untersuchung mit ALMA, dem derzeit größten Radioteleskop der Welt in Chile, half Wissenschaftern vom Jet Propulsion Laboratory der NASA nun aber, das Rätsel um die Form des Bumerangnebels zu lösen: Die Verteilung von Kohlenmonoxid-Molekülen offenbarte, dass die Sanduhr-Form im sichtbaren Lichtspektrum (hier blau) nur einer optischen Täuschung zu verdanken ist, die von lichtschluckenden Staubkörnern hervorgerufen wird. Tatsächlich umschließt diese Struktur eine hier orange dargestellte Sphäre ultra-kalten Gases. Die neuen Erkenntnisse liefern den Forschern bislang unbekannte Details über das Lebensende von massearmen Sternen und die Entstehung planetarer Nebel.

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