Fernsehen wie vor 25 Jahren: Was alles am meisten fehlt

Ansichtssache18. Oktober 2013, 21:32
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Als DER STANDARD am 19. Oktober 1988 das erste Mal erschien, hießen die ORF-Programme FS 1 und FS 2, und es gab viel zu schauen. Von Testbild über "Betthupferl" und Russisch-Kurs bis zu "Kunst-Stücke": die Liste vom guten alten Fernsehen.

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1. Das Testbild Am Geburtstag des STANDARD flackerte es knapp nach Mitternacht bis neun Uhr Früh. Wir vermissen es. Den Fernseher abschalten, das kann jeder, aber dieses formschöne Symbol für das süße Nichts braucht im Mediengetöse des Kommunikationszeitalters wieder sichtbaren Raum. Her damit - und endlich Ruhe!

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2. Betthupferl Am 19. Oktober 1988 gingen Kinder mit Jules Verne zu Bett: Reise in 80 Tagen um die Welt. Fünf Minuten mit Papotin, Toutou, Maus am Mars, Familie Petz, Piggledy und Frederic, Die kluge Pommeranze und die ganzen anderen guten Freunde - bessere Einschlafhilfen konnte es gar nicht geben.

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3. Russisch für alle "Dobra vecer!", rief Lisa Schüller, und die Zuschauer grüßten brav zurück. Das war noch echtes Schulfernsehen - eines, das sich noch nicht als Unterhaltung tarnen musste. Doswidanja!

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4. Sie kam aus dem All Gut, sich Majka vom Planeten Gurun zurückzuwünschen entspringt reinem Retrodenken, denn tschechische Serien waren in den 1980er-Jahren nicht unbedingt bei allen beliebt. Zu müffelig im Fortschritt. Heute sehen wir das anders. Majkas Story muss noch einmal erzählt werden!

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5. Dynasty, der Denver-Clan Als DER STANDARD erschien, ging Blake schon schwer gebückt, Krystle lächelte nur noch gequält, und Alexis Morell-Carrington-Colby-Dexter-Rowan war des Intrigierens müde. 1989 war endgültig Schluss, davor gab es noch ein gewaltiges Staffelfinale, an dessen Ende alle tot waren - oder zumindest so wirkten. Unerreicht!

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6. Lindenstraße im ORF In unsicheren Zeiten wie diesen braucht der Mensch Rituale, und montags Lindenstraße zu schauen war ein solches. Mutter Beimer, Hansemann, Dr. Dressler und die böse Frau Kling aus dem Programm zu kippen war ignorant und gemein. Tausende und abertausende Zuschauer fühlten sich entwurzelt. Fast nicht wieder gutzumachen.

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7. The Munsters Diese schrecklich nette Familie rund um den totenbleichen Schraubenträger Herman, seine unwiderstehlich abscheuliche Gattin Lilly lief im Herbst 1988 bereits in einer Wiederholung. 25 Jahre später die Wiederholung der Wiederholung? Dagegen kann niemand etwas haben - oder, wie würde Herman Munster es ausdrücken: I want! I want! I want!

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8. Wurlitzer Eine Jukebox, ein Moderator, ein bis zwei Gäste, Menschen, die gern telefonierten - und es lief. Peter Rapp, Lizzy Engstler, Alfons Haider und andere drückten ziemlich oft "Großvater", "Fang das Licht" und "Weil i imma no an Engal glaub'".

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9. Kunst-Stücke Zu sehen war Kunst abseits der Hochkultur, von Valie Export, Divine bis Dame Edna. Und übrigens auch Stermann/Grissemann gab's im Fernsehen erstmals hier. Die Dienstagnacht kann mit dieser Bereitschaft zum Experiment nie mithalten.

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10. Schwarz auf weiß Das Medienmagazin mit Kurt Tozzer hatte zwar erst 1991 Premiere, eine Sendung, die regelmäßig und offen über die speziell konzentrierte Situation heimischer Medienmärkte berichtet, fehlt und darf der guten Ordnung halber wieder einmal in aller Dringlichkeit eingefordert werden. (Doris Priesching, DER STANDARD, 19./20.10.2013)

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